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PurchasePro räumt Ermittlungen der SEC ein

07.08.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der B-to-B-Softwareanbieter PurchasePro hat Berichte bestätigt, wonach die US-Börsenaufsicht SEC die früheren Geschäftsbeziehungen des Unternehmens mit AOL Time Warner unter die Lupe nimmt. Außerdem ermittle die Behörde schon seit dem vergangenen Jahr gegen PurchasePro selbst.

Das "Wallstreet Journal" hatte vor einigen Tagen berichtet, dass die SEC zwei Manager des Medienkonzerns über die Beziehungen des Online-Dienstes zu PurchasePro befragt habe. Die Börsenaufsicht vermutet unter anderem, dass AOL bei Transaktionen mit dem Unternehmen aus Las Vegas 27 Millionen Dollar unkorrekt als Werbeumsätze ausgewiesen hat. Offenbar soll es sich bei der Summe um Erlöse aus dem Verkauf von Aktienoptionen handeln, die AOL unter bisher nicht geklärten Umständen von PurchasePro erhalten hatte. Die AOL-Manager gaben dagegen an, die Befragungen bezögen sich auf eine Untersuchung bei dem Softwareanbieter und hätten nichts mit dem Verdacht auf Bilanzmauscheleien zu tun.

Die "Washington Post" hatte AOL Anfang Juli in einem Bericht verdächtigt, die Online-Einnahmen in den vergangenen zwei Jahren um insgesamt 270 Millionen Dollar geschönt zu haben. Um sich besser darzustellen, soll das Unternehmen in den letzten zwei Jahren unter anderem Umsätze zwischen Abteilungen verschoben und Einnahmen für Anzeigen doppelt verbucht haben. So besteht unter anderem der Verdacht, AOL habe auch die Werbeerlöse, die im Namen von Partnerunternehmen wie Ebay oder Monster.com verkauft wurden, als eigene Umsätze ausgewiesen. Bei der Weitergabe der entsprechenden Anteile an die Kooperationspartner sollen die Summen dann als Kosten verbucht worden sein. (mb)