Public Cloud

Programmieren in der Cloud - so finden Sie die richtige Plattform

Wolfgang Herrmann ist Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO. Zuvor war er Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel und stellvertretender Chefredakteur COMPUTERWOCHE. Zu seinen thematischen Schwerpunkten gehören Cloud Computing, Big Data / Analytics und Digitale Transformation.
Public-Cloud-Plattformen für die Softwareentwicklung und -bereitstellung setzen sich auf breiter Front durch. Wer die Vorteile nutzen will, sollte sich nicht nur die Angebote von Cloud-Riesen wie AWS oder Microsoft ansehen.

Entwicklungsplattformen in der Public Cloud bringen Unternehmen viele Vorteile. Sie beschleunigen den Prozess der Softwareentwicklung, stellen moderne Tools zur Verfügung und lassen sich nahezu unbegrenzt skalieren. Auch IT-Teams mit schmalem Budget können von State-of-the-Art-Technologie profitieren, wenn sie statt teure Lizenzen zu kaufen nur für die tatsächliche Nutzung der Dienste bezahlen. Cloud-Provider offerieren Kunden dabei eine Plattform, auf der sie Anwendungen entwickeln, betreiben und verwalten können, ohne sich um die dafür benötigte Infrastruktur kümmern zu müssen.

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Auf Cloud-basierten Development-Plattformen können Unternehmen Anwendungen entwickeln, betreiben und verwalten.
Auf Cloud-basierten Development-Plattformen können Unternehmen Anwendungen entwickeln, betreiben und verwalten.
Foto: Bakhtiar Zein - shutterstock.com

Die Auswahl einschlägiger Angebote in den Cloud-Segmenten Infrastructure as a Service (IaaS) und Platform as a Service (PaaS) ist mittlerweile groß und kaum noch überschaubar. Im Markt agieren einerseits die global aktiven Public Cloud Provider mit einem kompletten Stack aus Development- und Infrastruktur-Services. Andererseits buhlen auf Softwarenwicklung spezialisierte Anbieter um die Gunst der IT-Organisationen. Sie abstrahieren von der Infrastruktur-Schicht und konzentrieren sich auf eine besonders effiziente Entwicklung und Auslieferung neuer Anwendungen.

Nach Berechnungen von Forrester Research wächst der Markt für derartige Plattformen jährlich um 35 Prozent. Die schlagenden Argumente für den Einsatz sind längst nicht mehr die vergleichsweise niedrigen Infrastrukturkosten oder die On-Demand-Verfügbarkeit der Dienste. Vielmehr geht es den Unternehmen im Kern darum, schneller auf veränderte Anforderungen reagieren zu können und so den digitalen Wandel voranzutreiben.

Was Cloud-Plattformen für Entwickler leisten

Gängige Cloud-Plattformen verbessern die Produktivität im Entwicklungsprozess mithilfe von Automatisierungsfunktionen und der Abstraktion der benötigten Infrastruktur. Softwareentwickler müssen sich nicht mehr um die Skalierung von Rechen- und Speicherkapazität kümmern. Die Public Cloud-Plattform stellt alle nötigen Dienste über Self-Service-Mechanismen zur Verfügung und unterstützt moderne Verfahren wie Continuous Integration and Deployment sowie kollaborative Ansätze von DevOps-Teams.

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Ihre Stärken spielen die Plattformen insbesondere bei der Entwicklung von kundennahen Anwendungen aus. Entwickler schätzen unter anderem die sofortige und globale Verfügbarkeit der Dienste. In Kombination mit einem hohen Sicherheitsniveau erlauben es die Public-Cloud-Plattformen, qualitativ hochwertige Produkte und Services schneller auf den Markt zu bringen. Einem amerikanischen Lebensmitteleinzelhändler gelang es beispielsweise, mithilfe von Automatisierungsfunktionen aus der Public Cloud das Deployment neuer Anwendungen von sechs Wochen auf durchschnittlich zehn Minuten zu verkürzen.

Ein weiterer bedeutender Vorteil mit Blick auf die digitale Transformation liegt in den "Cutting-Edge"-Technologien, die die Cloud Provider zur Verfügung stellen. Entwickler können damit die gleichen Machine-Learning-, Analytics- oder Datenbanktechniken nutzen, die auch die Cloud-Anbieter selbst für ihre eigenen Innovationsprozesse einsetzen.