Public Cloud

Programmieren in der Cloud - so finden Sie die richtige Plattform

22.03.2018
Von 
Wolfgang Herrmann ist Editorial Manager CIO Magazin bei IDG Business Media. Zuvor war er unter anderem Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO und Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel.

Public-Cloud-Entwicklungsplattformen: Die wichtigsten Anbieter

Hilfreich bei der Auswahl einer Cloud-Plattform ist eine Übersicht der Forrester-Analysten Dave Bartoletti und John Rymer. Sie segmentieren den Markt nach Jahresumsatz in große (mehr als eine Milliarde Dollar), mittlere (250 Millionen bis eine Milliarde Dollar) und kleine Anbieter (weniger als 250 Millionen Dollar). Zur ersten Gruppe zählen sie die Branchenschwergewichte Amazon Web Services (AWS), Alibaba, Google, IBM, Microsoft und Salesforce. Im mittleren Segment finden sich Oracle, SAP und Tencent. Hinzu kommen die kleineren Player CenturyLink, Huawei, Jelastic, Joynet, Pivotal, Rancher Labs und Red Hat.

Die Forrester Experten unterscheiden drei Funktionsbereiche der Plattformen, in denen die Anbieter jeweils ihre Stärken haben:

  • Full-Stack-Plattformen bieten Entwicklern das breiteste Serviceangebot.

Dazu gehören umfassende Kontrollmöglichkeiten über Anwendungsarchitekturen einschließlich der Konfiguration grundlegender Compute-, Storage- und Netzwerk-Services. Neben solchen IaaS-Features stellen Full-Stack-Plattformen eine Reihe weiterer Dienste bereit, darunter Laufzeitumgebungen für Anwendungen, die in unterschiedlichen Programmiersprachen geschrieben wurden, DevOps Toolchains, Datenbank- und Analytics-Dienste. Hinzu kommen neuere Features wie Container as a Service (CaaS) und Functions as a Service (FaaS) für den Bereich Serverless Computing. Die führenden Anbieter solcher umfassenden Plattformen sind AWS und Microsoft.

  • Development-only-Plattformen schirmen Entwickler von der Infrastruktur ab.

Einschlägige Provider konzentrieren sich häufig auf das Cloud-Segment Platform as a Service. Sie hosten ihre Dienste entweder auf eigener Infrastruktur oder nehmen dafür Dienste anderer Provider in Anspruch. Vor allem für Entwickler, die mit mehreren verschiedenen Laufzeitumgebungen arbeiten, können Plattformen dieser Kategorie interessant sein. Auch sie stellen Kernelemente für eine moderne Softwareentwicklung bereit, beispielsweise DevOps Toolchains, Analytics-Dienste sowie CaaS und in jüngster Zeit auch FaaS. Forrester hebt an dieser Stelle Salesforce Heroku und Pivotal Webservices als Beispiele hervor.

  • Low-Code-Plattformen schirmen Anwender vom Programmcode ab.

Die meisten Low-Code-Entwicklungsplattformen stehen in Form von Public Cloud Services zur Verfügung. Ähnlich wie bei Development-only-Plattformen müssen sich Entwickler auch hier nicht mit der Konfiguration von Compute-, Storage- und Netzwerkressourcen aufhalten. Statt klassischem Programm-Code nutzen sie bei dieser Variante aber deklarative und visuelle Entwicklungs-Tools. Auf diese Weise könnten beispielsweise auch Mitarbeiter aus Fachabteilungen eigene Anwendungen erstellen, ohne in die Tiefen einschlägiger Programmiersprachen eintauchen zu müssen. Bekannte Beispiele für Low-Code-Plattformen sind Appians, Mendix und OutSystems.

Low-Code-Plattformen wie Mendix arbeiten mit deklarativen und visuellen Tools für die Softwareentwicklung.
Low-Code-Plattformen wie Mendix arbeiten mit deklarativen und visuellen Tools für die Softwareentwicklung.
Foto: Mendix