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Probleme mit US-Tochter: Beta Systems schreibt wieder rote Zahlen

08.08.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Beta Systems Software AG beendete im zweiten Quartal 2002 ihren kurzen Ausflug in die schwarzen Zahlen. Nachdem das Berliner Softwarehaus im ersten Vierteljahr einen kleinen Nettogewinn von 300.000 Euro erzielt hatte (Computerwoche online berichtete), schrieb das Unternehmen im aktuellen Berichtszeitraum einen Verlust von 500.000 Euro oder zwölf Cent pro Aktie. Im Vorjahresquartal hatte der Anbieter von Systemen zur Verwaltung von Massendaten jedoch noch ein Nettodefizit von 6,4 Millionen Euro ausgewiesen. Der Verlust vor Steuern schrumpfte im Jahresvergleich um 76 Prozent von 4,8 Millionen auf 1,1 Millionen Euro.

Hauptgrund für das Minus im aktuellen Berichtszeitraum waren laut Beta Systems Rückstellungen in Höhe von einer Million Euro für einschneidende Maßnahmen im Bereich Storage-Management. Das Unternehmen erklärte, dass es für die Sparte trotz vertrieblicher Anstrengungen und hoher Investitionen in absehbarer Zeit keine nachhaltige Erholung der Nachfrage erwarte. Als Konsequenz will das Softwarehaus nun die US-Tochter in Boulder, Colorado, schließen und die Betriebskosten "den derzeit erkennbaren Umsatzchancen in Nordamerika anpassen". Außerdem plant Beta Systems, einen strategischen Partner aus dem Speicherbereich zu suchen, der auch in die kanadische Tochter Tantia investieren soll.

Die Umsatzerlöse lagen im zweiten Quartal mit 10,2 Millionen Euro auf Vorjahresniveau, aber leicht unter den 11,1 Millionen Euro im ersten Quartal. Im ersten Halbjahr steigerte Beta Systems den Umsatz um knapp zwölf Prozent von 19 Millionen auf 21,2 Millionen Euro. Der Nettoverlust fiel von 7,2 Millionen oder 1,81 Euro pro Aktie auf 162.000 Euro beziehungsweise vier Cent je Anteilschein. Die liquiden Mittel bezifferte das Unternehmen mit 20,9 Millionen Euro.

Insgesamt zeigte sich der Vorstandsvorsitzende Karl-Joachim Veigel im ersten Halbjahr mit der Entwicklung von Beta Systems und der Umsetzung des Mitte 2001 vorgestellten Acht-Punkte-Programms für den Turnaround zufrieden. So habe sein Unternehmen entgegen dem Branchentrend die Umsatzentwicklung stabil halten können. Obwohl sich die Aussichten für die zweite Jahreshälfte aufgrund der konjunkturellen Lage verschlechtert hätten, rechnet Beta Systems für das Gesamtjahr mit einem Umsatzwachstum von rund zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr und einem positiven Vorsteuerergebnis. (mb)