Fritzbox

Priorisierung nutzen

16.08.2021
Von 
Thomas Rieske arbeitet seit Oktober 2002 als freiberuflicher IT-Fachjournalist und Autor. Zu den Themenschwerpunkten des Diplom-Übersetzers zählen unter anderem Computersicherheit, Office-Anwendungen und Telekommunikation.
Wichtige Anwendungen müssen auch bei ausgelasteter Internetverbindung die nötige Bandbreite bekommen. Die Fritzbox stellt dafür eine Funktion zur Verfügung.

Priorisierung aufrufen

Das Mittel der Wahl heißt Priorisierung. Sie sorgt mithilfe von Regeln dafür, dass bestimmte Netzwerkgeräte und -anwendungen Vorfahrt erhalten. Wichtig zu wissen: Prioritäten gelten für den Upstream, da die Fritzbox nur diesen Traffic direkt beeinflussen kann. In Gegenrichtung ist das lediglich bedingt möglich. Die Funktion ist bei den meisten aktuellen Fritzboxen implementiert. Für die nachfolgenden Schritte verwenden wir das Modell 6591 Cable.

Öffnen Sie zuerst die Benutzeroberfläche des Routers, indem Sie in einem beliebigen Browser die Adresse fritz.box aufrufen. Nachdem Sie sich angemeldet haben, navigieren Sie über die linke Seitenleiste zum Punkt Internet / Filter. Anschließend wechseln Sie im rechten Bereich des Fensters zur Registerkarte Priorisierung. Sie sehen nun drei Kategorien: Echtzeitanwendungen, Priorisierte Anwendungen und Hintergrundanwendungen.

Echtzeitanwendungen haben die höchste Priorität. Bei vollständig ausgelasteter Internetverbindung verschickt die Fritzbox zuerst die Pakete dieser Anwendungen. Anwendungen mit anderer oder keiner zugewiesenen Priorität müssen dann warten, bis wieder genug Bandbreite bereitsteht. Nicht umsonst finden Sie hier standardmäßig den Eintrag Internettelefonie. Sie genießt, wenn mehrere Echtzeitanwendungen eingetragen sind, immer Vorrang, damit Telefongespräche problemlos möglich sind.

Priorisierte Anwendungen finden sich in der nächstniedrigen Prioritätsstufe. Für sie stehen 90 Prozent der Upstream-Bandbreite zur Verfügung, falls keine Echtzeitanwendung Bandbreite benötigt. Die restlichen 10 Prozent der Bandbreite erhalten Anwendungen mit geringerer Priorität.

Hintergrundanwendungen werden stets nachrangig behandelt, wenn die Internetverbindung komplett mit Beschlag belegt ist. Das heißt, Anwendungen aus einer der höheren Prioritätsstufen, aber auch nicht priorisierte Anwendungen kommen in diesem Fall zuerst an die Reihe.

Neue Regel erstellen

Um ein Netzwerkgerät oder eine Netzwerkanwendung in eine der drei Prioritätskategorien aufzunehmen, klicken Sie auf den Button Neue Regel. Im folgenden Dialog öffnen Sie die obere Pulldown-Liste und können dann das Gerät auswählen, das Sie priorisieren wollen. Auch die manuelle Eingabe einer IP-Adresse ist möglich.

Anschließend legen Sie mithilfe der unteren Pulldown-Liste fest, welche Netzwerkanwendung auf dem zuvor ausgewählten Gerät priorisiert werden soll. Falls die Priorisierung für das Gerät unabhängig von einer bestimmten Anwendung gelten soll, selektieren Sie den Eintrag Alle. Auf diese Weise lässt sich etwa sicherstellen, dass Ihr Produktivrechner immer Vorrang vor allen anderen Computern in Ihrem Fritzbox-Netzwerk hat.

Mit einem Klick auf die OK-Schaltfläche erstellen Sie die Regel. Diese wird anschließend in der jeweiligen Prioritätskategorie angezeigt und ist sofort in Kraft. Wenn Sie die Regel ändern oder löschen wollen, klicken Sie einfach auf das danebenstehende Stiftsymbol beziehungsweise das Icon mit dem roten X.

Produkte: Der Trick funktioniert mit allen aktuellen AVM-Routern. Das Beispiel bezieht sich auf die Fritzbox 6591 Cable mit Fritz!OS 07.27. (ad)