Praxistest: Sony Ericsson W880i

02.04.2007

Ausstattung

Beim Sony Ericsson-Handys stehen Kamerafunktionen eigentlich immer im Mittelpunkt. Doch die 2-Megapixeloptik des W880i leidet merklich unter der Schlankheit: starke Ausfransungen an Motivkanten, Pixelrauschen und unscharfe Details im Nahbereich machen deutlich, dass hier eine wesentlich einfachere Komponente als in allen Vorgängermodellen zum Einsatz kommt. Wer hier höhere Ansprüche stellt, sollte zur K-Serie des Herstellers greifen. Beim W880i steht dagegen der Sound im Vordergrund.

Der interne Speicher des Handys reicht kaum für die Unterbringung der eigenen Musiksammlung: etwas weniger als 20MB gesteht Sony Ericsson dem Flachmann zu. Gut, dass sich gigabyteweise RAM in Form von M2-Sticks nachstecken lässt und ein 1GB großes Exemplar im Lieferumfang steckt. Der Musikplayer zeichnet sich durch seine Flash-animierte Oberfläche (inklusive Cover-Arts) aus, die sich in ihrer Logik an Apples iPod-Menüführung anlehnt. Nutzt man ein einigermaßen populäres Programm zur Verwaltung seiner digitalen Musik auf dem PC, kann man fast sicher sein, dass das W880i die kodierten Soundfiles auch abspielen kann. Wir testeten mit WMA9, 10 und 11-Files, die ein Windows-Media-Player von CD gerippt hat, mit M4A- und eAAC+-Dateien, auf die sich gemeinhin iTunes am besten versteht, und natürlich mit MP3-Files, die das mitgelieferte Programm Disc2Phone produzierte. Zeit für stärkere Geschütze: neben den gängigen Formaten spielt das W880i auch WAV-Dateien bzw. PCM-RAW ab und kommt mit AMR-WB und NB-Files klar. Anders gesagt: abgesehen von Ogg.Vorbis wird alles wiedergegeben, was der Markt für digitale Musikformate hergibt. Einen ganz großen Haken gibt es dabei aber: mit digital geschützten Musikfiles, die man vorher in einem Online-Shop erworben hat, kann das W880i nicht umgehen. Als praktischer Zusatzdienst, der den Featureumfang des ausgereiften Musikplayers abrundet, erwies sich "TrackID", der in Verbindung mit der Musikdatenbank Gracenote diejenigen Musiktitel betiteln kann, die man dem W880i vorspielt.

Absolut erbärmlich klingt Musik, wenn man sie über den winzigen integrierten Lautsprecher des W880i wiedergibt - zum Beschallen der näheren Umgebung sollte man daher auf spezielles Zubehör zurückgreifen, das Sony Ericsson ebenfalls anbietet. Deutlich besser ist der Sound über die mitgelieferten Stereokopfhörer im schlichten Walkman-Style. Alternativ lassen sich auch A2DP-fähige Bluetooth-Headsets oder Adapter am W880i betreiben; in Verbindung mit Motorolas DJ-Headset S805 stießen wir zwar diesbezüglich auf keine nennenswerten Pairing-Probleme, aber auf eine im direkten Vergleich zum kabelgebundenen Headset merklich verminderte Soundqualität. Die integrierten Equalizer-, Stereo-Widening und Megabass-Effekte machen sich ebenfalls nur bemerkbar, wenn man den Sound über den Fastport an kabelgebundenes Zubehör durchschleift.

Neben der Musik kommen die Messaging-Funktionen nicht zu kurz. Wer gerne von unterwegs einen Blick in sein EMail-Postfach wirft, bekommt mit dem W880i einen zuverlässigen Begleiter, der die Einrichtung mehrerer POP3- und IMAP4-Postfächer ermöglicht. Vorausgesetzt, der Server unterstützt es, lässt sich über die im W880i integrierte IDLE-Funktion auch die SMS-ähnliche Echtzeit-Benachrichtigung nutzen. Bislang bieten aber nur die allerwenigsten freien EMail-Provider ihren Nutzern dieses Push-Verfahren kostenlos an. Gelegentliches Surfen im Internet ist mit dem UMTS-Handy ebenfalls kein Problem: der Browser kommt selbst mit großen (X)HTML-Websites zurecht und verfügt über Darstellungsoptionen, mit denen sich der Bildschirminhalt ins Querformat drehen oder die Inhalte breiter Webseiten untereinander anzeigen lassen. Eine ausgereifte Bookmark-Verwaltung, Sicherheitsfeatures, die integrierte mobile Google-Suchfunktion und vollständiger Support für Cookies und CSS runden das professionelle Surfen für unterwegs ab. Einziges Manko: auf dem flächig kleinen Display verliert man trotz SmartFit-Ansicht oft die Übersicht über die angezeigte Website.

Praxistest: Sony Ericsson W880i
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Wer viele Freunde, Bekannte, Kollegen oder Geschäftspartner hat, wird beim Handykauf überlegen, ob er sich ein ausgewachsenes Smartphone zulegt oder sich mit den erweiterten Kontaktverwaltungsfeatures eines Sony Ericsson-Handys begnügt. Große Abstriche muss man nicht hinnehmen: neben maximal 5 Rufnummern lassen sich auch zwei Post-, mehrere EMail- und Web-Adressen pro Eintrag verwalten. Der Hersteller teilt den zur Verfügung stehenden, für PIM-Daten fest adressierten Speicher allerdings auf: so lassen sich bei 1000 maximal speicherbaren Kontakten insgesamt höchstens 2500 Telefonnummern verwalten. Interessant wird es bei den Zusatzfunktionen. Für jede Telefonnummer kann ein Sprachkommando angelernt werden, jeder Kontakt kann ein individuelles Anruferbild oder -video erhalten und notierte Geburtstage werden auf Nachfrage automatisch samt Erinnerung in den Organizer übertragen. Nach wie vor ein potenzielles Ärgernis beim lokalen Abgleich mit einer Outlook-Installation: das W880i macht keine offensichtliche Unterscheidung zwischen Vor- und Nachnamen.