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Politik und Industrie fordern Maßnahmen gegen Spam

02.07.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Auf einem internationalen Kongress in London zum Thema Spam forderten Vertreter aus Politik und Wirtschaft ein koordiniertes weltweites Vorgehen gegen unerwünschte Werbe-Mails. Experten warnten, dass bereits die Hälfte des globalen Mail-Aufkommens aus Spam bestehe. Das Problem betreffe nicht allein Großbritannien oder Europa, erläuterte der britische E-Commerce-Minister Stephen Timms. Die meisten Spam-Sendungen kämen aus den USA. Daher hoffe er, gemeinsam mit den Amerikanern einen gesetzlichen Rahmen zu finden, mit dessen Hilfe das Spam-Aufkommen eingedämmt werden könnte. Doch dies dürfte schwierig werden. Während die meisten europäischen Staaten für eine Opt-in-Lösung votieren, bei der die Werbetreibenden zunächst das Einverständnis des Adressaten einholen müssen, plädieren die US-amerikanischen Vertreter für die werbefreundlichere Opt-out-Lösung. Dabei hat der Empfänger lediglich

die Möglichkeit, sich den Empfang weiterer Sendungen zu verbitten. Dieses US-Gesetz sei der Knackpunkt des Problems, erklärt der britische Spam-Experte Steve Linford. So favorisierten die Verbreiter von Spam die Opt-out-Variante. Diese legalisiere im Grunde den Status Quo, kritisiert Linford. Allerdings würden Gesetze allein nicht ausreichen, um die Flut unerwünschtrer Werbe-Mails einzudämmen, warnt Enrique Salem, CEO von Brightmail. Diese dienten lediglich der Abschreckung. Darüber hinaus benötige man effektive technische Lösungen, fordert der Chef des Softwareherstellers, der unter anderem auch Spam-Filter anbietet, nicht ganz uneigennützig. (ba)