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Piper Jaffray: Neue Bilanzrichtlinien belasteten Softwareumsätze

13.07.2004

Die Investment-Bank Piper Jaffray bietet eine zunächst überraschende Erklärung für die jüngsten Umsatzwarnungen von Softwarefirmen. Demnach seien die Finanzchefs der Anwenderunternehmen zu intensiv mit der Einhaltung des Sarbanes-Oxley-Acts beschäftigt gewesen, um noch vor Ablauf des zweiten Quartals Zeit für die Unterzeichnung von Lizenzverträgen zu finden. Bislang waren die Finanzexperten der Wall Street davon ausgegangen, dass die neuen Compliance-Richtlinien eher zu einem Anstieg der IT-Ausgaben führen werden.

Man könne den Sarbanes-Oxley-Act zwar nicht für alles verantwortlich machen, erklärte Piper-Jaffray-Analyst David Rudow in seinem Bericht, jedoch seien die Erfüllung der neuen Compliance-Richtlinien sowie die anhaltend strenge Kostenkontrolle in Unternehmen wichtige Faktoren für die Umsatzeinbußen im zweiten Quartal gewesen. Rudow geht nach zahlreichen Gesprächen davon aus, dass die CFOs und CEOs zum Quartalsende einen Großteil ihrer Zeit mit den erforderlichen Tests und Dokumentationen verbracht haben, um Vorschriften in punkto Unternehmenskontrolle zu erfüllen. Sie seien daher schlichtweg außerstande gewesen, so der auf Intrastruktur-Software spezialisierte Analyst, quasi in letzter Minute noch einen umfangreichen Softwareauftrag abzusegnen.

Rudow ist zuversichtlich, dass die Bestellungen nur auf einen späteren Zeitpunkt im Jahr verschoben wurden. Letztendlich werde sich somit die Vorhersage erfüllen, dass die Unternehmen wegen der neuen Compliance-Richtlinien mehr Geld für Software-Updates ausgeben.

In der vergangenen Woche hatten eine Reihe von Firmen, darunter Veritas, Siebel und BMC, vor unerwartet niedrigen Einnahmen gewarnt. Als Grund nannten sie insbesondere verzögerte Kaufentscheidungen von Kunden. (mb)