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Phoenix aus der Asche: Jan Baan ist wieder da

30.11.1999

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Ein Jahr nach seinem unrühmlichen Rücktritt als Chef der Software-Firma Baan meldet sich Jan Baan nun als potentieller Chairman der kanadischen Start-up-Company Net Shepherd zurück. Dem Internet-Unternehmen zufolge hängt seine Nominierung davon ab, ob die geplante Übernahme von Clickchoice.com zustande kommt. Diese Online-Marketing-Firma wird von der Risikokapitalgesellschaft Vanenburg Group kontrolliert, bei der Baan im Vorstand sitzt.

Jan Baan hatte vor 20 Jahren zusammen mit seinem Bruder Paul den holländischen ERP-Anbieter (Enterprise Resource Planning) gegründet. Beide verließen jedoch den Konzern, als im April 1998 in Folge mehrerer schlechter Quartalsergebnisse der Aktienkurs von Baan an der Wall Street um zirka 80 Prozent einbrach. Das Software-Unternehmen kappte daraufhin auch die Beziehung zu seiner Investmentfirma Baan Ventures, die große Beteiligungen an verschiedenen Wiederverkäufern von Baan-Produkten besaß. Analysten befürchteten, daß die Bilanz der Company verfälscht würde, wenn Baan an sich selbst verkaufen würde. Einige dieser Baan-Holdings wurden verkauft und in Vanenburg Ventures, später in Vanenburg Group umbenannt.

Ein Marktkenner bezeichnet das Wiederauftauchen von Jan Baan in den USA als ganz normal: "Amerika ist das Land der Erlösung und die Software-Industrie ist das Land der zweiten Chance."