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Philips dreht weiter an der Kostenschraube

26.11.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der niederländische Elektronikkonzern Philips hat weitere Restrukturierungsmaßnahmen bekannt gegeben, mit denen er seine Kosten um rund 300 Millionen Euro pro Jahr senken will. Das soll vor allem durch eine Verschlankung der Firmenstrukturen in den Bereichen Finanzen, Personal und Informationstechnologie (IT) erreicht werden. Zudem will der neue Philips-Chef Gerard Kleisterlee, der seinen Vorgänger Car Boonstra im Mai ablöste, bis zu 50 Millionen Euro an externen Beraterkosten und 20 Millionen Euro beim Sponsoring einsparen. Durch die Neuverhandlung von Verträgen mit Telekommunikationsfirmen sollen weitere Kostenreduzierungen von 30 bis 40 Millionen Euro erreicht werden. Zuvor hatte Philips bereits Entlassungen von fünf Prozent seiner weltweit 210.000 zählenden Belegschaft angekündigt. Diese sollen bis Jahresende vorgenommen werden.

Ob sich das niederländische Unternehmen, das in diesem Jahr erstmals seit neun Jahren wieder rote Zahlen schreibt, durch die jüngsten Maßnahmen gesund stoßen kann, bleibt allerdings fraglich. Einige Analysten halten es für wesentlich sinnvoller, wenn Philips seine Halbleitersparte mit der einer anderen Firma verschmilzt. Als geeigneter Kandidat wird in Branchenkreisen der französische Hersteller STMicroelectronics (ST) gehandelt. Zwischen den Führungsebenen beider Unternehmen sollen Insidern zufolge bereits regelmäßige Treffen stattgefunden haben. Im vergangenen Monat hatte ST-Chef Pasquale Pistorio jedoch mitgeteilt, es gebe keinerlei Pläne zu einer Fusion mit der Chipeinheit von Philips. Beide Firmen kooperieren jedoch bei einigen Forschungs- und Entwicklungsprojekten und teilen sich die Kosten einer neuen 700 Millionen Euro teuren Halbleiterproduktionsstätte, die sie künftig zusammen betreiben wollen. (ka)