Pet of the Month HOBBY-TRONIC '78

03.03.1978

Auf der Hobby-"(Klein)tronic" 78 in Dortmund konnte der Besucher die ausgestellten Hobbycomputer oft kaum sehen, eine undurchdringliche grüne Wand aus Parkaträgern (es lebe die Individualität unserer Jugend) las dem Standpersonal gebannt die Bytes von den Floppies. Auf die Frage nach der Zahl der Käufer solcher Mikroprozessorkits und -systeme aus reinem Spaß an der Computerei freilich erhält man nur ein Schulterzucken. So etwas kaufen hier und heute bislang nur professionelle Anwender aus Labors, Instituten und Schulen. Andererseits - auf den Computer im Heim setzt sogar die Kaufhof AG. Wenn die amerikanische Commodore Business Machines endlich in die Bundesrepublik Iiefern wollte, stände ihr Pet (was sowohl als Haustier wie auch als Personal Electronic Transacter zu deuten ist) schon in den Regalen des Kaufhauskonzerns für 2500 Mark zum Verkauf. Auch die amerikanische Tandy-Corporation (Radio shack) wittert eine Chance. Sie bietet in den USA für 600 Dollar einen Computer an, der mit Bildschirm, Magnetbandkassettenspeicher und Tastatur die notwendige Mindestausstattung in der Hardware mitbringt. In diesen Tagen flatterte auch von der europäischen Tandy-Tochter in Belgien eine Presseinformation auf den Tisch hiesiger Redaktionen: Bald wird es den Tandy-Rechner TRS-80 bei uns für 1800 Mark geben. Diese fertig zusammengebauten, getesteten und betriebsbereiten Produkte zielen aber nicht auf den Computerhobbyisten. Ihre Gebrauchsanweisung soll auch für Laien leicht verständlich sein - etwa nach dem Motto "stecken Sie Stecker A 1 in Buchse B 9 und drücken Sie die Return-Taste". Hier wird also ein ganz anderer Kundenkreis adressiert mit einem weit höheren Marktpotential.