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Peoplesoft zieht Termin für Hauptversammlung vor

02.02.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Auf den 25. März, also rund zwei Monate früher als üblich, hat Peoplesoft den Termin für die diesjährige Hauptversammlung festgesetzt. Firmenchef Craig Conway erklärte, mit dem frühen Termin wolle er Oracles Bemühungen, die Geschäfte zu stören, ein schnelles Ende zu setzen. Auf dem Treffen hätten die Peoplesoft-Aktionäre die Chance, sich klar gegen das feindliche Übernahmeangebot von Oracle auszusprechen.

Auf dem Programm der diesjährigen Hauptversammlung steht unter anderem die Wahl von vier der acht Verwaltungsratmitglieder. Während die Peoplesoft-Führung den Anlegern die Wiederwahl der bisherigen Direktoren empfiehlt, hatte Oracle vergangene Woche eigene Kandidaten für das Peoplesoft-Board nominiert (Computerwoche.de berichtete). Über eine Stimmenmehrheit im Verwaltungsrat wäre der Datenbankriese in der Lage, die Aufhebung der von Peoplesoft installierten Schutzmaßnahme ("Poison Pill") und damit letztendlich die Übernahme durchzusetzen. Da Oracle mit vier eigenen Vertretern aber bestenfalls einen Gleichstand erzielen kann, verlangt das Unternehmen, dass zusätzlich über den Sitz des mit der Übernahme von J.D.Edwards zu Peoplesoft gestoßenen Board-Mitglieds Michael Maples abgestimmt werden solle oder die Zahl der Direktoren auf neun erhöht werde.

Peoplesoft habe sich drei Quartale erfolgreich gegen das Störmanöver zur Wehr gesetzt und dennoch solide Ergebnisse erzielt, betonte Conway. Man bedenke, welchen Mehrwert das Unternehmen erzielen könne, wenn die feindliche Übernahme erst abgewehrt ist und die Absätze nicht mehr durch eine unsichere Zukunft belastet seien. Von Seiten Oracles heißt es dagegen, es sei nicht überraschend, dass Peoplesoft seine Anleger zu einer Abstimmung drängt, bevor diese die Ergebnisse für das erste Quartal 2004 in die Hände bekämen. (mb)