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Peoplesoft-Anleger mehrheitlich für Oracle

20.11.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Nach Ablauf der offiziellen Angebotsfrist in der Nacht zum Samstag haben 60,8 Prozent der Peoplesoft-Aktionäre ihre Anteile dem Datenbankriesen Oracle zugesagt. Dieser hat nun Peoplesofts Verwaltungsrat aufgefordert, über das Wochenende zusammenzutreten und den Verkauf zu akzeptieren. "Die Eigentümer von Peoplesoft haben gesprochen und mehrheitlich einem Verkauf an Oracle für 24 Dollar pro Aktie zugestimmt", erklärte Oracle-Chef Lawrence "Larry" Ellison. Seine Firma verlängerte überdies ihre Offerte nochmals bis Ende Dezember.

Ob der 9,2-Milliarden-Dollar-Deal durchgeht, ist trotzdem noch nicht sicher. Bislang hatte Peoplesofts Chefetage alle Avancen strikt abgelehnt, unter anderem mit der Begründung, das Angebot von Oracle unterbewerte Peoplesoft. Außerdem hat der Anbieter von betriebswirtschaftlicher Standardsoftware eine so genannte Giftpille installiert. Diese bewirkt, dass wenn eine andere Firma mehr als 20 Prozent der Peoplesoft-Anteile erwirbt, an die übrigen Aktionäre neue Anteile ausgegeben werden, wodurch sich eine Übernahme deutlich verteuert.

Ob Peoplesofts Board schon am Wochenende eine Entscheidung fällen wird, ist noch ungewiss. Am Mittwoch kommender Woche treffen sich Vertreter des Softwareanbieters aus Pleasanton vor Gericht mit Oracle und dem Richter Leo Strine vom Delaware Chancery Court. Dort hatte Oracle beantragt, Peoplesofts "Poison Pill" zu verbieten - was in der Vergangenheit aber selten passierte. Letztlich könnte die Entscheidung erst über einen Proxy-Kampf auf Peoplesofts nächster Hauptversammlung fallen. Oracle hat bislang keine Angaben dazu gemacht, ob es über eine solche Kampfabstimmung die Kontrolle über Peoplesoft zu erlangen versuchen würde. (tc)