Pentaho will seine quelloffene Software für Business Intelligence kommerzialisieren

13.04.2006
Das viel beachtete BI-Projekt der Open-Source-Szene hat eine um proprietären Code erweiterte "Professional Edition" vorgestellt. Sie soll den Wettbewerb durch niedrigere Lizenzkosten und Workflow-Technik Paroli bieten.

Der Anbieter aus Florida entwickelt seit 2002 eine modulare BI-Produktsuite auf Java-Basis. Die freie Software umfasst mittlerweile Komponenten/Projekte für Reporting, Data Mining, Online Analytical Processing (Olap) Workflow und Datenintegration, die sich auch einzeln einsetzen lassen. Die nun angekündigte Professional Edition erweitert die Produktarchitektur in erster Linie um Funktionen für die Systemverwaltung und das Deployment, die indes nicht Open Source sind. Sie sollen beim Betrieb von Server-Clustern und dem Lifecycle-Management in der Anwendungsentwicklung helfen sowie ein Auditing und eine Benutzerverwaltung ermöglichen. Am BI-Frontend wird es in erster Linie eine Self-Service-Funktion für das Abonnieren von Berichten sein, die proprietär ist. Der Preis der BI-Suite soll bei 3000 Dollar pro CPU und Jahr liegen. Ist Support gewünscht, sind jährlich weitere 1000 Dollar zu zahlen. Der Vertrieb soll in erster Linie über die Website von Pentaho erfolgen.

Workflow-Engine an Bord

Lance Walter, Vice President Marketing bei Pentaho, ist zuversichtlich, dass man mit dem eigenen Angebot etablierte BI-Hersteller über den Preis und technisch schlagen kann. So koste die BI-Suite bei vergleichbaren Funktionen nur ein Siebtel im Vergleich zur Konkurrenz. Zudem könne der Anwender neben typischen BI-Funktionen für Reporting und Analyse auch Workflows definieren, um BI-Anwendungen enger mit Geschäftsabläufen zu verknüpfen - eine Option, über die bisher nur wenige BI-Anbieter verfügen. Pentaho, so Walter gegenüber dem Informationsdienst "Computergram", verfüge über eine von Grund auf neu entwickelte Produktarchitektur mit integrierter Workflow-Engine. Diese könne Instruktionen verarbeiten, die mit Hilfe der Business Process Execution Language (BPEL) definiert wurden. Etwas nüchterner als sein Kollege aus dem Marketing betrachtet hingegen Chief Technology Officer James Dixon die Lage. Danach könne sich Pentaho funktional derzeit noch nicht mit den Pure-Play-Anbietern im Markt messen. Er sei aber überzeugt, dass die Open-Source-Bewegung schon in etwa 18 Monate die BI-Konkurrenz einholen könnte.

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