Neuentwicklung auf 68 000-Basis mit Unix-Betriebssystem:

PCS-Mikro umgeht Q-Bus-Beschränkung

22.10.1982

MÜNCHEN (CW) - Der 10/32-Bit-Mikroprozessor MC 08 000 von Motorola ist das Kernstück eines neuen Mikrocomputers, den die PCS-Periphere Computer Systeme GmbH. München, letzt vorstelle.

Als Betriebssystem des Modells QU 68 000 wählten die Münchner das von der Bell Laboratories entwickelte Unix. Das PCS-Produkt "Munix" basiert laut Hersteller auf der Unix-Version 7/System III. Für den Anschluß der Peripherie wurde der QU 68 000 mit dem DEC-Bussystem Q-Bus ausgestattet.

Zur Erweiterung des Prozessors installierte PCS eine an Unix angepasste Memory Management Unit (MMU), die die vom Prozessor gelieferten Adressen auf einen 16 Megabyte großen virtuellen Adressraum abbilden und ein echtes Paging unterstützen soll. Um die Durchsatzbegrenzung des Q-Bus auf zwei MB pro Sekunde zu umgehen, wurde der Mikro nach Angaben von PCS durch ein zweites Bus-System erweitert.

Dieser Speicher-Bus (S-Bus) erlaube den Speicherzugriff durch den Prozessor mit einer Geschwindigkeit von fünf MB in der Sekunde, so daß der Q-Bus nur noch für Ein-/Ausgabe-Aktivitäten eingesetzt werde.

Für die Minimalkonfiguration (256 KB Hauptspeicher, 14 MB Winchesterplatte, 1 MB Floppy-Laufwerk) liegt der Preis bei rund 30 000 Mark. Als Multi-User-Version mit 512 KB Arbeitsspeicher, einer Winchesterplatte mit 80 MB Kapazität sowie einem 20 MB Streamer-Tape kostet der QU 68 000 etwa 70 000 Mark. Das Betriebssystem-Paket (Munix, C-Compiler, 68 000-Assembler und Fortran 77) ist erhältlich für rund 3000 Mark.