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PC-Hersteller zeigen kaum Interesse am XP-Service-Pack

10.09.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das gestern erschienene Service Pack 1 (SP1) für Windows XP (Computerwoche online berichtete) lässt viele PC-Hersteller kalt. Vor Oktober wird kaum ein Rechner mit der aktualisierten Windows-Version zu den Händlern kommen. Man werde das Update voraussichtlich Anfang 2003 auf auszuliefernde PCs installieren, heißt es zum Beispiel bei Sony. Hewlett-Packard plant, das SP1 ab November auf neue PCs zu packen. Zur Zeit sei das Update noch nicht in den 23 Sprachversionen verfügbar, in denen man PCs konfiguriere. Der US-Hersteller Gateway, der sich weitgehend aus den europäischen Märkten zurückgezogen hat, will bereits ab Oktober aktualisierte XP-Versionen auf seine Rechner bündeln. Ab wann Dell das

Service Pack ausliefert, ist noch unklar.

Das SP1 enthalte kaum Neuerungen, die Anwender unbedingt bräuchten, begründet ARS-Analyst Tony Duboise die Zurückhaltung. Denn mit Windows XP gebe es wesentlich weniger technische Probleme als mit früheren Windows-Versionen. So sei bei vielen Herstellern das Support-Aufkommen merklich gesunken. Deshalb raten viele Anbieter, das Service Pack nur einzuspielen, wenn das Betriebssystem Probleme macht oder die neuen Treiber, zum Beispiel für USB 2.0 (Universal Serial Bus), benötigt werden.

Zudem sei Windows XP zur Zeit vor allem im Consumer-Markt verbreitet. Die meisten Unternehmensanwender setzen noch auf Windows 2000, so die Hersteller. Die Marktforscher von Gartner haben ermittelt, dass in diesem Jahr auf 41 Prozent der an Firmen verkauften Rechner Windows 2000 und nur auf 16 Prozent Windows XP installiert war.

Die Möglichkeit, Middleware wie Browser, Multimedia-Software und E-Mail-Programm individuell einzustellen, wird voraussichtlich von Anbietern kaum genutzt werden. So gibt es zum Beispiel bei Dell keine Pläne, die Standard-Konfiguration zu ändern, sagte eine Unternehmenssprecherin. Zwar werden Dell-Rechner mit der Multimedia-Software "MusicMatch" ausgeliefert, der Anwender könne jedoch selbst entscheiden, ob es den Windows-Media-Player als Standardprogramm ablösen soll. (lex)