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PC-Flaute: Jetzt streicht auch Fujitsu-Siemens 300 Stellen

08.09.2006
Nachdem kürzlich Intel einen massiven Stellenabbau verkündete, will jetzt FSC abspecken.

Das deutsch-japanische Unternehmen Fujitsu-Siemens Computers (FSC) will bis September 2007 rund 300 Stellen abbauen. Betroffen ist das Plattformgeschäft - die Computerproduktion -, in der 5000 Mitarbeiter tätig sind. Der Personalrückgang soll aber ohne betriebsbedingte Kündigungen erreicht werden. Die 4000 Arbeitnehmer im Service, die FSC von Siemens Business Services (SBS) übernommen hatte, müssen ebenfalls mit einem Stellenabbau rechnen. Als Grund nannte FSC den "signifikanten Nachfragerückgang der Informationstechnik-Branchen in Deutschland". Tatsächlich musste der IT-Lieferant im zweiten Quartal einen Rückgang der PC-Verkäufe in Höhe von zwei Prozent hinnehmen. FSC hatte schon immer argumentiert, dass die teure PC-Produktion in Deutschland nur möglich ist, wenn die Herstellungskosten jedes Jahr um zehn Prozent gesenkt werden können.

Firmenchef Bernd Bischoff beschwor schon Mitte Juli die Belegschaft in den Produktionsstätten Augsburg und Sömmerda, unbezahlte Mehrarbeit zu leisten, um den unerwarteten Nachfrageeinbruch zu kompensieren. Ab Ende September will FSC mit der IG Metall über eine Änderung der Tarifverträge verhandeln, da der "angekündigte Stellenabbau im Computergeschäft nicht ausreiche". Insbesondere hat das Unternehmen die 35-Stunden-Woche im Visier, die möglichst zugunsten einer 40-Stunden-Regelung gekippt werden soll. "Dass gleichzeitig ein Stellenabbau angekündigt wird, ist nicht die feine englische Art", moniert die IG Metall. (kk)