Bayer, RWTH Aachen und Atos setzen auf Quantum Computing

Patienten personalisiert und maßgeschneidert behandeln

13.06.2019
Von 
Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Mit Quantum Computing unterstützen Atos, Bayer und die RWTH Aachen Mediziner dabei, das Zusammenspiel verschiedener Krankheiten zu verstehen und Patienten besser zu helfen.
  • Das erste QC-Projekt in der Pharma-Industrie hat international Schlagzeilen gemacht.
  • Die „Quantum Learning Machine“ simuliert eine realistische Umgebung mit Noise Störungen von bis zu 41 Qubits.

Wie greifen verschiedene Krankheitsbilder ineinander? Wie beeinflussen sie den Krankheitsverlauf? Und kann Quantum Computing (QC) Antworten auf diese Fragen finden? Diese Gedanken leiteten ein Projekt des Pharmakonzerns Bayer, des IT-Dienstleisters Atos und der RWTH Aachen. Fazit: Ja, QC kann. Die "gemeinsame Kooperation zur Beschleunigung der medizinischen Forschung mit Quantum Computing" - so der Titel des Projektes - bewies schon nach einigen Monaten, dass die Technologie einen praktischen Mehrwert liefert.

Die drei Partner bildeten ein übergreifendes Team aus Projektleitern, technischen Architekten, QC-Experten, Software-Entwicklern sowie Fachexperten aus Pharma und Medizin. Sie orientierten sich etwa an agilen Methoden. Die Basis der Arbeit bildete ein gemeinsam entwickelter QC-Algorithmus, der in Kombination mit einem neuartigen Modell der RWTH Aachen zur Analyse von realen, anonymisierten Daten von Intensiv-Patienten, auf dem QC-Simulator angewandt wurde.

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Parallel dazu führte die RWTH Aachen ein Benchmarking mit klassischen Methoden durch. Hierbei zeigte sich, dass der QC-Ansatz bisherige Grenzen bei der Interpretation der Daten aufheben kann. Technologische Grundlage ist Atos "Quantum Learning Machine": mehrere High-Performance-Racks, die eine realistische Umgebung mit Noise Störungen von bis zu 41 Qubits simulieren.

Beim hier vorgestellten Projekt handelt es sich um eines der ersten QC-Projekte in der Pharmazie-Industrie. Die Publikation der Gemeinschaftsarbeit hat in der internationalen Fach- und Wirtschaftspresse Schlagzeilen gemacht. Bayer wird die Erfahrungen als künftige Entscheidungsgrundlage für weitere QC-basierte Forschungsprojekte nutzen.