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Patchwork-Karrieren in der Multimedia-Branche

24.08.1999

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) hat das Unternehmen Michel Medien Forschung und Beratung, Essen, die Angestellten der Multimedia-Branche untersucht. Die Studie kam zu dem Ergebnis, daß der Schlüssel zur Qualifizierung in erster Linie im „Training on the Job“ liege. Die meisten Karrierewege verlaufen nicht gradlinig, sondern haben das Muster von „Patchwork-Biographien“. Oft werden die Lebens- und Arbeitserfahrungen von Quereinsteigern - Romanisten, Bauingenieuren oder Lokführern - höher bewertet, als eine spezielle Ausbildung. Fast alle in der Branche Beschäftigten haben jedoch gemein, daß sie sich lange vor ihrem beruflichen Einstieg mit Computern beschäftigt haben.

Darüber brachte die Studie ans Licht, daß vier von fünf Multimediaspezialisten über akademisches Vorwissen verfügen, auch wenn viele keinen Abschluß an der Universität gemacht haben. Zwar sähen 70 Prozent der befragten Unternehmen gern ein Examen bei ihrem Bewerber, doch sind die Fähigkeit zum selbstgesteuerten Lernen und die kommunikative Kompetenz der Absolventen wichtiger. Nach Aussage von BMWi-Staatssekretär Siegmar Mosdorf soll bis zum Jahr 2005 das Fachkräfteangebot in Deutschland um 250 000 Personen gesteigert werden. Gegenwärtig fehlen seiner Meinung nach mindestens 75 000 IT-Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt.