Umsatzwarnung für das vierte Quartal

Palm spürt wieder mehr Gegenwind

14.06.2002
MÜNCHEN (CW) - Der Turnaround, den sich Handheld-Hersteller Palm vorgenommen hatte, rückt wieder in weite Ferne. Wie das Unternehmen bekannt gab, blieben die Umsätze im vierten Quartal (Ende: 31. Mai) offenbar weit unter den Erwartungen. Lediglich auf der Kostenseite gelang es, die gesteckten Ziele zu erreichen.

Entgegen der bisherigen Prognose von 290 bis 300 Millionen Dollar dürften die Einnahmen des letzten Finanzquartals nun nur noch bei 230 Millionen Dollar liegen. Palm rechnet daher mit einem Nettoverlust von zwei Cent je Aktie. Damit hat sich auch die Hoffnung auf eine dauerhafte Rückkehr zumindest in die Pro-forma-Gewinnzone (ohne Berücksichtigung spezieller Aufwendungen) erledigt. Im dritten Quartal hatte die Company noch einen Nettogewinn erwirtschaftet. Wie Palm-Finanzchefin Judy Bruner mitteilte, könne der Umsatz auch im ersten Quartal des kommenden Geschäftsjahres (Ende: 31. August) nochmals sinken. Das erste Quartal sei in Palms Vertriebszyklus traditionell eines der schwächsten. Bruner erwartet daher nur Einnahmen von 175 bis 185 Millionen Dollar. Die Folge werde ein Pro-forma-Verlust zwischen 40 und 45 Millionen Dollar sein.

Für den Einbruch macht das Unternehmen den anhaltenden Rückgang der IT-Investitionen verantwortlich. Denkbar ist auch, dass Kunden im Wissen um das kommende Kleinrechner-Betriebssystem Palm OS 5, das eine völlig neue Hardwaregeneration auf ARM-Basis unterstützt, die heutigen PDAs nicht mehr anschaffen wollen. Palm-Chairman und CEO Eric Benhamou erklärte: "Kurz gesagt: Der Markt ist lausig." Leider hielten sich nicht nur die Privatkunden zurück, auch von Seiten der Unternehmen kämen keine Impulse. Dies gelte für sämtliche Regionen. (rs)