Praxis-Workshop

ownCloud 7 installieren - Einrichtung, Konfiguration, Sicherung

10.12.2014
Von 
Jürgen Donauer war als Systemadministrator zunächst für Informix und später IBM tätig. Dann verschlug es ihn in das Rechenzentrum von Media-Saturn. Dort kümmerte er sich mitunter um die Webserver, Datenbankanbindungen und den Online-Shop. Anschließend war er als Redakteur im Bereich Linux für TecChannel tätig.

Sich in der Oberfläche von ownCloud zurecht finden

Haben Sie die erste Einrichtung überstanden, können Sie sich nun als Administrator unter https://192.168.100.50/owncloud/ anmelden. Ein Begrüßungs-Bildschirm weist Sie darauf hin, wo Sie die Desktop-Clients und die Mobile-Apps finden. Weiterhin gibt es Hinweise, wie Sie sich mit Kalender (CalDAV), Kontakten (CardDAV) und WebDAV verbinden können.

Der Administrator, beziehungsweise die Admin-Gruppe hat die komplette Kontrolle über die ownCloud. Nur Anwender mit diesen Sonderrechten dürfen neue Benutzer anlegen, Apps hinzufügen und so weiter.

Stellen wir aber zunächst die Sprache um. Klicken Sie dafür rechts oben auf Ihren Anwender-Namen, in unserem Fall admin. Im sich aufklappenden Menü klicken Sie dann auf Personal. In dieser Maske finden Sie alle persönlichen Einstellungen. Dazu gehören auch Profilbild, E-Mail-Adresse und so weiter.

Klicken Sie auf oben rechts auf den Benutzernamen, in unserem Fall admin und danach Benutzer, dürfen Sie neue Anwender und Gruppen hinzufügen. Selbst wenn Sie Anwender und Administrator sind, sollten Sie sich einen normalen Nutzer anlegen. Es gilt wie überall, dass Administration und Nutzung aus Gründen der Security getrennt sein sollten. In der Benutzer-Maske legen Sie auch die Quotas für die Anwender fest und bestimmen, was Standard-Quota sein soll.

Unter Mit einem Klick auf admin und danach Administration, können Sie gewissen Systemeinstellungen vornehmen. Dort befindet sich außerdem das Update-Center. Sie brauchen es, wenn Sie die ownCloud manuell und nicht über das Repository installiert haben. Weiterhin stellen Sie dort ein, wie Cron gehandhabt werden soll. Haben Sie die ownCloud auf einem eigenen Server, der sich ebenfalls in Ihrer Kontrolle befindet, sollten Sie den Cron des Linux-Rechners verwenden. Öffnen Sie dazu auf dem Linux-Server als root die Crontab des Webserver-Anwenders:

crontab -u www-data -e

und fügen dann diese Zeile ein:

*/15 * * * * php -f /var/www/owncloud/cron.php

Im Administrations-Fenster finden Sie auch das Log, falls Sie auf Fehlersuche gehen müssen. Links unten finden Sie ein Plus-Zeichen und darunter das Wort Apps. In dieser Maske bestimmt der Adminstrator, welche Apps aktiviert sein sollen und welche nicht. Aktivieren Sie zum Beispiel die App Encryption, können Sie bestimmen, dass alle Dateien der Anwender verschlüsselt abgelegt werden. Interessant ist auch die App External Storage Support. Damit können Anwender externe Storage-Quellen einbinden. Möglich sind unter anderem Amazon S3, Dropbox, OpenStack Object Storage, FTP, SFTP, SMB / CIFS und so weiter. Es funktionieren allerdings nicht alle gleich gut. Aktivieren Sie eine App, finden Sie die Einstellungen dafür normalerweise unter admin / Administrator. Aktivieren Sie die Verschlüsselung, sollten Sie ein Passwort für die Wiederherstellung hinterlegen.

Seit Version 7 hat der Administrator die Möglichkeit, Apps nur für bestimmte Gruppen zu aktivieren. Das ist sehr angenehm, da sich vor der kompletten Freischaltung gewisser Erweiterungen diese erst in einem ausgewählten Kreis testen lassen. Weiterhin ist so genanntes Server-zu-Server-Sharing möglich. Das muss der Administrator bei den externen Storage-Optionen aktivieren. Nun kann ein Nutzer einem Anwender einer anderen ownCloud-Instanz einen Link schicken oder eine Freigabe erteilen. Nimmt dieser die Freigabe an, bindet sie sich in die ownCloud-Instanz der zweiten Partei ein. Nehmen Sie zur Kenntniss, dass die andere Partei dabei kein Nutzer-Konto auf der ersten ownCloud-Instanz haben muss. Es handelt sich tatsächlich im Server-übergreifenden Sharing und gibt der ownCloud die Charakteristik einer Public Cloud. Wie das genau funktioniert, finden Sie in dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung.