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Ovum: Keine schnelle Erholung der Branche in Sicht

23.09.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Analysten der britischen Ovum halten das Gerede von einer Erholung des europäischen IT-Markts im kommenden Jahr für "irreführend". Das Institut macht sich nach eigenen Aussagen Sorgen, dass die Entscheider der Industrie ihre Business-Pläne für das kommende Jahr auf über-optimistischen Prognosen aufbauen. "Seit der Abschwung begonnen hat, scheint die Erholung immer nur 'zwei Quartale entfernt'", warnt Chief Analyst Julian Hewett. "Uns scheint es, als lebe die Industrie immer noch in Verleugnung."

"Das grundsätzliche Problem ist, dass die Branche und ihre Analysten es gerne sähen, wenn der dramatische Abschwung der Jahre 2001 und 2002 eine 'Ausnahme' wäre. Das war es nicht. Das Schwindel erregende Wachstum von 1998 bis 2000 war die Ausnahme", so Hewett weiter. Die IT-Industrie sei gesättigt, deswegen könne man ein Wachstum im Rahmen des Bruttoinlandsprodukts erwarten - Ausreißer nach oben seien dabei selbstredend ebenso möglich wie nach unten.

Angesichts aktueller Ereignisse wie Oracles Umsatzeinbruch oder der Gewinnwarnung von EDS sei eine Erholung im Jahr 2003 unwahrscheinlich, so Ovum. Das Institut revidiert deswegen seine Prognose für den europäischen Softwaremarkt nach unten und erwartet für dieses Jahr ein Minus von vier Prozent und 2003 bestenfalls Stagnation. Weiterhin sei unklar, wo das nächste große Motiv für neue IT-Investitionen herkommen solle. Einige Analysten sähen zwar Wireless-Technik als das "nächste große Ding", auf das Business-Computing habe sich diese bis dato aber praktisch nicht ausgewirkt. Wireless LANs würden dies zwar gewiss ändern; es sei aber fraglich, ob dies zu einer generellen Steigerung der IT-Budgets führen werde. (tc)