ISSC im Gespräch mit United Technologies

Outsourcing-Tochter der IBM hofft auf Milliarden-Deal in USA

22.11.1991

HARTFORD (IDG) - Während die deutsche Filiale noch immer nichts vom Outsourcing-Geschäft wissen will, erhält die amerikanische IBM-Servicefirma Integrated Systems Solution Corp. (ISSC) einen Auftrag nach dem anderen.

Jüngster Coup: Die United Technologies Corp., Hartford, Connecticut, plant, ihr Rechenzentrum in Newington, Connecticut, komplett an die IBM-Tochter abzugeben.

Noch hat Big Blue den Vertrag allerdings nicht unter Dach und Fach. Zunächst unterzeichneten die Unternehmen eine Absichtserklärung.

Demnach wird die ISSC Serviceleistungen rund um den Mainframe an die drei United Technologies-Geschäftszweige Sikorsky Aircraft, Hamilton Standard und Norden Systems liefern. Wie diese Services konkret aussehen werden, ist Gegenstand der gegenwärtig andauernden Vertragsverhandlungen.

Auch über den Wert des Outsourcing-Kontaktes wird derzeit noch spekuliert. Analysten rechnen mit einer Gesamtsumme von etwa drei Milliarden Dollar - ein solcher Vertrag wäre vom Volumen her vergleichbar mit dem kürzlich geschlossenen Handel zwischen General Dynamics und der Service-Gesellschaft Computer Science Corp. (CSC) (Vergleiche CW Nr. 41 vom 11. Oktober 1991, Seite 21: "Service-Vertrag verhilft CSC zu neuer Marktposition").

Verschiedene Marktbeobachter, die von der CW-Schwesterpublikation "Computerworld" zitiert werden, halten die Auslagerungspläne des vom Rüstungsgeschäft abhängigen Konzerns United Technologies für folgerichtig. Kürzungen des amerikanischen Verteidigungshaushaltes und die allgemein schlechte Wirtschaftslage in den USA hatten dazu geführt, daß der Profit von United Technologies im letzten Quartal um rund 50 Prozent auf 119,5 Millionen Dollar gefallen war. Mit der DV-Auslagerung, so die Annahme, lassen sich erhebliche Kosten im DV-Bereich einsparen.