Umsatzsteigerung

Oracles Cloud-Offensive zeigt Wirkung

Heinrich Vaske ist Editorial Director von COMPUTERWOCHE und CIO. Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung beider Medienmarken - im Web und in den Print-Titeln. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte und moderiert Veranstaltungen.
Starke Cloud-Umsätze von 1,4 Milliarden Dollar (plus 58 Prozent) haben Oracle zu guten Geschäftsergebnissen im vierten Geschäftsquartal 2017 verholfen. Großkunde AT&T hat damit begonnen, Datenbanksysteme und Anwendungen in die Oracle-Cloud zu überführen. Laut Unternehmensgründer Larry Ellison werden andere folgen.

Die "unverändert starke Nachfrage nach Cloud-Lösungen" habe die Geschäfte von Oracle beflügelt, äußert sich Safra Catz, neben Mark Hurd die zweite CEO des Unternehmens, in einer aktuellen Mitteilung. Allein das Software-as-a-Service-(SaaS-)Geschäft sei im abgelaufenen Berichtszeitraum um 75 Prozent auf eine Milliarde Dollar angewachsen. Knapp 400 Millionen Dollar erwirtschaftete der Softwareriese mit Infrastruktur- und Plattform-Diensten aus der Cloud (IaaS und PaaS), was einem Plus von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Larry Ellison freut sich über ein starkes Plus im Geschäft mit Cloud-Verträgen.
Larry Ellison freut sich über ein starkes Plus im Geschäft mit Cloud-Verträgen.

Damit ist das Cloud-Geschäft zwar stark gewachsen, doch es macht immer noch einen eher kleinen Teil der Gesamteinnahmen aus. Oracles-Softwareumsätze gingen insgesamt um fünf Prozent auf 8,9 Milliarden Dollar nach oben, davon entfielen 1,4 Milliarden auf Cloud-Lösungen. Insgesamt stiegen die Erlöse im vierten Quartal um drei Prozent auf 10,9 Milliarden Dollar. Die betrieblichen Erträge kletterten um drei Prozent auf 4,1 Milliarden Dollar, so dass Oracle eine gewohnt starke operative Marge von 37 Prozent erzielte.

Der Nettogewinn lag mit 3,2 Milliarden Dollar oder 0,89 Dollar je Aktie (0,76 Dollar abzüglich Sonderpositionen) oberhalb dessen, was die Analysten an der Wallstreet im Durchschnitt vorausgesagt hatten (0,78 Dollar). Auch beim Umsatzwachstum übertraf der Datenbankprimus die Erwartungen um fast eine halbe Milliarde Dollar. Außerdem gab das Oracle-Management einen positiven Ausblick in die Zukunft, so dass der Börsenkurs um zeitweilig über zehn Prozent ansprang.

AT&T hievt Datenbanken in die Cloud

Im abgelaufenen Quartal profitierte Oracle unter anderem davon, dass der TK-Riese AT&T im Mai einen Vertrag unterzeichnete, dem zufolge etliche der großen Datenbankinstallationen in die Oracle-Cloud überführt werden sollen. Oracles Gründer, Chairman und Chief Technology Officer Larry Ellison sagte dazu: "AT&T hat mit uns vereinbart, Tausende existierende Oracle-Datenbanken mit Petabytes an Daten und den zugehörigen Anwendungs-Workloads in die Cloud zu migrieren." Das sei erst der Anfang, er erwarte, dass in den nächsten Jahren mehr der großen Kunden ihre Datenbanken und Anwendungen in die Oracle-Cloud hieven würden. Das bedeute starkes Wachstum für das PaaS- und IaaS-Geschäft von Oracle, das derzeit noch keine große Rolle spielt.

Mark Hurd und Safra Catz, die beiden Oracle-CEOs, haben gut Lachen: Spät ins Cloud-Business gestartet, tragen die Investitionen nun Früchte.
Mark Hurd und Safra Catz, die beiden Oracle-CEOs, haben gut Lachen: Spät ins Cloud-Business gestartet, tragen die Investitionen nun Früchte.

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Eine wichtige Wachstumsgröße für Oracle wie für andere Softwarehäuser ist der "Annually Recurring Cloud Revenue" (ARR), der jährlich wiederkehrende "Abo-Umsatz" mit Cloud-Diensten also. Im Fiskaljahr 2017 sei diese Kenngröße bereits auf über zwei Milliarden Dollar geklettert, so Ellison. "Das ist das zweite Jahr in Folge, in dem wir mehr Cloud-ARR als Salesforce erlöst haben", behauptete der stets selbstwusste Unternehmensgründer.

Hardwareeinnahmen sinken erneut

Trotz aller Euphorie haben die Oracle-Zahlen auch ihre Schattenseite. Erneut sanken die Hardwareumsätze um 13,2 Prozent auf ein Volumen von nunmehr 1,11 Milliarden Dollar. Und das Geschäft mit klassischen Softwarelizenzen schrumpfte im abgelaufenen Jahresviertel um 5,1 Prozent auf 2,63 Milliarden Dollar. Oracle steckt also weiter in der Transformation: Es gilt weiter, On-premise-Einnahmen schnellstmöglich durch Cloud-Erlöse zu ersetzen.

Weitere Informationen zur Oracle-Strategie:

Im Geschäftsjahr 2017, das ebenfalls am 31. Mai zu Ende ging, hat Oracle 37,7 Milliarden Dollar eingenommen, ein Plus von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Nettoertrag belief sich auf 9,3 Milliarden Dollar, wobei der starke Dollar einem etwas besseren Abschneiden im Wege stand, wie es bei Oracle heißt.