US-Börsenaufsicht verlangt 23 Millionen Dollar

Oracle zahlt Strafe wegen Korruption

28.09.2022
Von 
Spezialgebiet Business-Software: Business Intelligence, Big Data, CRM, ECM und ERP; Betreuung von News und Titel-Strecken in der Print-Ausgabe der COMPUTERWOCHE.
Oracle-Mitarbeiter in der Türkei, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Indien sollen schwarze Kassen eingerichtet und Regierungsbeamte bestochen haben.
Korruption und Bestechung - in Ländern wie der Türkei, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Indien ein weit verbreitetes Übel. Das weiß auch Oracle
Korruption und Bestechung - in Ländern wie der Türkei, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Indien ein weit verbreitetes Übel. Das weiß auch Oracle
Foto: Red Fox studio - shutterstock.com

Oracle hat einer Strafzahlung von 23 Millionen Dollar an die US-Börsenaufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission (SEC) zugestimmt. Damit sollen Vorwürfe aus der Welt geschafft werden, wonach Oracle gegen Bestimmungen des Foreign Corrupt Practices Act (FCPA) verstoßen haben soll. Demzufolge hätten Tochtergesellschaften des Softwarehauses in der Türkei, den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und Indien zwischen 2016 und 2019 schwarze Kassen eingerichtet und Schmiergelder zur Bestechung ausländischer Beamter als Gegenleistung für Aufträge gezahlt.

Familienreise ins schöne Kalifornien

Laut der SEC-Verfügung nutzten die Oracle-Tochtergesellschaften in der Türkei und den Emiraten die Schmiergelder auch, um ausländische Beamte für die Teilnahme an Technologiekonferenzen zu bezahlen. Das verstößt auch gegen die internen Richtlinien und Verfahren von Oracle. Eine Mitteilung der SEC zufolge haben türkische Oracle-Mitarbeiter diese Gelder in einigen Fällen dazu verwendet, den Familien der Beamten zu ermöglichen, mit auf Reisen zu gehen und auch einmal Abstecher ins schöne Kalifornien zu machen.

Die US-Behörden hatten Oracle bereits früher im Zusammenhang mit schwarzen Kassen und Schmiergeldern sanktioniert. Im Jahr 2012 warfen sie Oracle vor, millionenschwere schwarze Kassen in Indien eingerichtet zu haben. Daraus seien dann Zahlungen an lokale Anbieter geflossen, obwohl diese keinerlei Leistung erbracht hätten. Fingierte Rechnungen hätten die Geldflüsse verschleiert. Oracle hatte damals wegen dieser undurchsichtigen Transaktionen zwei Millionen Dollar Strafe an die SEC gezahlt, berichtete der britische Nachrichtendienst "The Register".

Bücher müssen schärfer kontrolliert werden

"Die Einrichtung von Schwarzgeldfonds birgt das Risiko, dass diese Gelder unrechtmäßig verwendet werden, und genau das ist hier bei den Tochtergesellschaften von Oracle in der Türkei, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Indien geschehen", kommentierte Charles Cain, Leiter der FCPA-Abteilung der SEC die neuerlichen Anschuldigungen. "Diese Angelegenheit unterstreicht die Notwendigkeit effektiver interner Buchhaltungskontrollen in allen Bereichen eines Unternehmens."

Oracle dürften die Strafen indes nicht sonderlich belasten. Der Datenbankanbieter hatte in seinem Fiskaljahr 2022, das mit Ende Mai 2022 abgeschlossen wurde, Einnahmen in Höhe von 42,2 Milliarden Dollar und einen Reingewinn von über 6,7 Milliarden Dollar erzielt.