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Oracle will für Peoplesoft nicht mehr so viel zahlen

17.05.2004

Wegen des gesunkenen Aktienwerts von Peoplesoft hat Oracle sein Kaufangebot reduziert. Statt bislang 9,4 Milliarden Dollar will die Larry-Ellison-Company nunmehr nur noch 7,7 Milliarden Dollar für die Übernahme von Peoplesoft zahlen. Außerdem verlängerte der Datenbankspezialist sein Angebot vom 25. Juni 2004 um drei Wochen bis zum 16. Juli.

Die Angebotsreduzierung um 18,1 Prozent enthält einen Aufschlag von 21 Prozent auf den Schlusskurs der Peoplesoft-Aktie, der am Freitagabend bei 17,30 Dollar lag. Damit ist der Kurs seit Januar 2004 um 28 Prozent gefallen, als er bei 24,04 Dollar notierte. Allerdings sank auch der Kurs des Oracle-Papiers. Während die Aktie noch im Januar 2004 bei 15,51 Dollar lag, fiel ihr Wert bis Freitag auf 11,60 Dollar.

Ein Peoplesoft-Sprecher kommentierte das neue Oracle-Angebot mit den Worten, man werde es prüfen. Allerdings glaube man nicht, dass Oracle mit egal was für einem Angebot Erfolg haben werde. Schließlich seien die Kartellrechtsbehörden sowohl der USA als auch von Europa gegen die Fusion.

Von Bedeutung dürfte sein, dass Oracle gerade jetzt sein Angebot zurückschraubt. Am 7. Juni 2004 beginnt vor einem Distriktgericht in San Franzisko der Prozess, den das US-Justizministerium gegen die Ellison-Company angestrengt hat, um die Fusion zu verhindern. Das Ministerium argumentiert, weltweit gebe es nur drei Anbieter, die große und mittelständische Konzerne mit Finanz- und HR-Software (HR = Human Resource, also Personalführungssoftware) beliefern können. Sollte Ellisons Firma Peoplesoft schlucken, würde sich das Angebot auf zwei Hersteller, nämlich Oracle und SAP, reduzieren. Damit sei kein echter Wettbewerb mehr am Markt gewährleistet. Für Anwender sei das negativ, würden doch unter anderem deshalb mittelfristig die Preise für Oracle- und SAP-Produkte steigen. (jm)