Web

 

Oracle veröffentlicht Konfigurationsempfehlungen für Linux

13.06.2006
Viele Anfragen beim Support sind auf falsche Auslegung der Systeme zurückzuführen.

Oracle hat ein Programm "Validated Configurations" gestartet. Es benennt die empfehlenswerte Auslegung von Hardware, Software, Speicher und Netzen, um Oracle-Applikationen auf Linux-Basis zu betreiben. Im Oracle Technology Network können Interessierte ein Dokument herunterladen, dass eine Liste von Systemkonfigurationen enthält, die Oracle getestet hat, und weitere Empfehlungen ("Best Practices") umfasst.

Mit dem Programm möchte Oracle den Kunden helfen, schneller Linux-Umgebungen einzurichten, erklärte Wim Coekaerts, Director Linux Engineering bei dem Softwaregiganten. Außerdem könnte die Maßnahme dazu beitragen, die Kosten seines Unternehmens für den Linux-Support zu reduzieren. Denn er erwähnte: "Sehr oft rufen uns Kunden mit Problemen an, die aus fehlerhaften Konfigurationen resultieren."

Oracle hat die Konfigurationsempfehlungen zusammen mit Partnern wie Red Hat, Novell, AMD, Intel, Dell, EMC, Hewlett-Packard, IBM, Network Appliance und Sun erstellt. Grundlage der Empfehlungen ist ein "Validation Test Kit", das auch anderen Unternehmen zur Verfügung steht. Das Testprogramm wird, so Coekaerts, möglicherweise auch Anwendern zur Verfügung gestellt, um noch mehr Konfigurationsempfehlungen veröffentlichen zu können. Oracle möchte auch Empfehlungen für regional verbreitete Linux-Varianten vorschlagen. So läuft derzeit ein Testprogramm mit der Distribution Asianux. Ubuntu steht momentan noch nicht auf dem Validierungsplan.

Mit den Konfigurationsempfehlungen reagiert Oracle auf einen starken Trend der Kunden in Richtung Linux. Der Anbieter hatte erstmals 1998 seine Datenbank auf Linux gebracht. Seit Juni 2002 bietet Oracle vollständige Linux-Unterstützung für die Server-Distributionen von Red Hat und der Novell-Tochter Suse. Anfang April 2006 veröffentlichte die Independent Oracle Users Group (IOUG) die Befunde einer Umfrage unter ihren Mitgliedern. Demnach dürfte Linux im kommenden Jahr Sun Solaris als beliebteste Plattform für Oracle-Datenbanken ablösen (siehe "Oracle-Nutzer setzen verstärkt auf Linux").