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Oracle und IBM immer noch Spitze bei Datenbanksystemen

04.05.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das Marktforschungsinstitut Dataquest hat die Rangfolge der weltweit führenden Datenbankanbieter von 1999 veröffentlicht: Danach liegt die Oracle Corp. mit einem Marktanteil von 31,1 Prozent wie gehabt knapp vor der IBM Corp. (29,9 Prozent). Weit abgeschlagen auf Platz drei mit einem Anteil von 13,1 Prozent folgt Microsoft.

Die Gates-Company besitzt jedoch nach Ansicht der Dataquest-Analysten die größten Wachstumspotenziale. Mit ihrem “SQL Server 2000” dürfte das Unternehmen mittelfristig die Lücke zu den beiden führenden Datenbankanbietern schließen.

Oracles Marktanteil wuchs 1999 lediglich um 0,4 Prozent. 19 Prozent des Oracle-Umsatzes erwirtschaftete das Unternehmen laut Dataquest mit neuen Lizenznehmern. Der Anspruch der Ellison-Company, quasi als Mädchen für alles sowohl Enterprise-Resource-Planning-(ERP-)- als auch Customer-Relationship-Management-(CRM-)-Software anbieten zu können, habe auch den Umsatz im Datenbankgeschäft gefördert. IBM musste einen leichten Rückgang von 0,1 Prozent Marktanteil hinnehmen. Microsoft steigerte demgegenüber seinen Anteil am weltweiten Datenbank-Management-System-(DBMS-)Markt immerhin um 2,4 Prozent.

Insgesamt stiegen die Umsätze mit DBMS-Software laut der Dataquest-Studie “Overview of the Worldwide DBMS-Market Statistics 1999” im abgelaufenen Kalenderjahr um 18 Prozent auf fast acht Milliarden Dollar.

Dataquest erwartet für Microsoft einen signifikanten Anstieg der Marktanteile. Die Umsätze im Datenbankgeschäft auf Basis der NT- beziehungsweise Windows-2000-Betriebssystemplattform dürften laut den Schätzungen der Analysten bis 2004 auf 12,7 Milliarden Dollar anwachsen. Microsofts SQL Server wird zusammen mit “Backoffice” ausgeliefert. Der zu erwartende Erfolg dieses Duos sei, so Dataquest, nur noch durch eine avisierte Zerschlagung Microsofts zu verhindern. Diesen Plan verfolgen das US-Justizministerium und 17 der 19 US-Bundesstaaten, die gegen Microsoft seit Jahren eine Kartellrechtsklage anstrengen und bei der für Ende Mai das Urteil des vorsitzenden Richters Thomas Jackson erwartet wird.