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Oracle muss Ex-VP 2,6 Millionen Dollar zahlen

18.08.2000
Betriebsspionage bei SAP?

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Ein Gericht in San Franzisko hat der ehemaligen Oracle-Managerin Sandy Baratta 2,6 Millionen Dollar Schadenersatz zugesprochen. Die frühere Vice President war im April vergangenen Jahres gefeuert worden, nachdem sie tags zuvor ihren Vorgesetzten, Executive Vice President Gary Bloom, auf mögliche rechtliche Folgen einer Betriebsspionage beim ERP-Konkurrenten (Enterprise Resource Planning) SAP hingewiesen hatte. Ein damals nach Walldorf abgeordneter Oracle-Mitarbeiter hatte sich offenbar unberechtigten Zugang zu sensiblen Systemen verschafft. Ein weiterer Grund für ihren Hinauswurf war laut Baratta eine Beschwerde ihrerseits über abschätzige Bemerkungen Blooms in bezug auf schwangere Führungskräfte (Baratta war zu diesem Zeitpunkt selbst schwanger, wusste aber noch nichts davon).

Oracle hatte im Zuge des Verfahrens jegliche Betriebsspionage abgestritten und erklärt, Baratta sei wegen ungebührlicher Behandlung ihr unterstellter Mitarbeiter entlassen worden. Bloom stritt darüber hinaus jegliche Herabwürdigung von Frauen ab. Das Gericht hielt offensichtlich die Darstellung der Klägerin für glaubhafter und bittet Oracle deswegen zur Kasse. SAP erklärte in diesem Zusammenhang, man nehme die Angelegenheit "sehr ernst" und werde sie näher untersuchen.