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Oracle dementiert vehement Entlassungspläne

10.06.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Bereits zwei Tage, nachdem Oracle-CEO Larry Ellison Entlassungspläne zurückgewiesen hatte, mehren sich erneut die Gerüchte über Stellenstreichungen bei dem Datenbankanbieter. Am Freitag meldete die Investmentbank Credit Suisse First Boston (CSFB), der kalifornische Softwarekonzern plane, seine rund 42.000-köpfige Belegschaft um 400 bis 800 Mitarbeiter zu reduzieren. Laut CSFB-Analyst George Gilbert hat Oracle bereits in der letzten Mai-Woche damit begonnen, Mitarbeiter auf die Straße zu setzen. Ein Großteil der Entlassungen soll im Bereich CRM-Software vorgenommen werden, weitere Stellenkürzungen seien laut Gilbert in den Abteilungen Verkauf und Marketing geplant. Laut CSFB verspricht sich Oracle von dem Stellenabbau eine Kostensenkung um 48 bis 95 Millionen Dollar pro Jahr. Der Konzern selbst hatte am Montag vergangener Woche die

Entlassung von 200 Mitarbeitern im Bereich Entwicklung bestätigt, aber weitere Stellenstreichungen zurückgewiesen.

Auch am Freitag erklärte der kalifornische Datenbankriese als Reaktion auf den CSFB-Bericht, dass keine Entlassungen geplant seien. Nach Angaben eines Sprechers werde Oracle den Bereich CRM nach wie vor stark unterstützen, da dieser als Schlüssel für künftiges Wachstum gesehen werden. Bereits am Donnerstag hatte Konzernchef Ellison verkündet, dass das Unternehmen im vierten Quartal mindestens die Erwartungen der Analysten von einem Gewinn zwölf Cent pro Aktie und 2,6 Milliarden Dollar Einnahmen erfüllen werde (Computerwoche online berichtete). Analysten hatten zuvor mehrfach die Besorgnis geäußert, Oracle werde in dem Ende Mai abgelaufenen Berichtszeitraum seine finanziellen Ziele verfehlen. (mb)