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Oracle bekräftigt Übernahmepläne

25.11.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Trotz aller Widrigkeiten hält der Datenbankriese Oracle an seinem Plan fest, den Konkurrenten Peoplesoft für 7,3 Milliarden Dollar zu akquirieren. "Wir sind nach wie vor an der Übernahme interessiert", verkündete Chuck Phillips, Executive Vice President von Oracle, in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Trotz der von Peoplesoft installierten "Giftpille" sowie einer eingehenden Überprüfung der geplanten Fusion durch das US-Justizministerium (DOJ) und die EU-Kommission verlaufe das Vorhaben wie geplant, fügte Phillips hinzu. Oracle werde jedoch keinen überhöhten Preis für Peoplesoft zahlen, betonte der Topmanager, außerdem prüfe sein Unternehmen derzeit noch weitere Zukäufe.

Um Oracle die feindliche Übernahme so schwer und teuer wie möglich zu machen, hatte Peoplesoft hatte kurz nach dem ersten Angebot im Juni 2003 ein Kundenschutzprogramm eingeführt. Darin versprach der ERP-Anbieter den Käufern seiner Software eine Entschädigung in Höhe des zwei- bis fünffachen Kaufpreises, falls das Unternehmen innerhalb zweier Jahre übernommen und anschließend bestimmte Bedingungen nicht erfüllt würden. Laut SEC-Mitteilung summierten sich die somit entstehenden Verbindlichkeiten bis Ende September bereits auf 807 Millionen Dollar (Computerwoche online berichtete).

Safra Catz, ebenfalls Executive Vice President von Oracle, erwartet, dass das Department of Justice (DOJ) Anfang nächsten Jahres seine Entscheidung über die geplante Übernahme bekannt gibt. Die EU-Kommission habe zwar noch fast vier Monate Zeit, um den Deal zu überprüfen. Catz rechnet jedoch schon früher mit einem Ergebnis.

Unabhängig von der Zustimmung der Kartellbehörden werde Oracle bis Januar seine Kandidatenliste für die vier freiwerdenden Sitze im achtköpfigen Peoplesoft-Board einreichen, so Catz. Der Grund: Peoplesoft hatte vor kurzem festgelegt, dass die Wahlvorschläge anstatt zwischen 20 und 60 Tagen nun bereits 120 Tage vor der Hauptversammlung eingereicht werden müssen. Der genaue Termin für die Abstimmung stehe jedoch noch nicht fest. (mb)