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Management multipler Cloud-Umgebungen

OpenStack macht Vendor Lock-in durchlässig

Christoph Witte arbeitet als Publizist, Sprecher und Berater. 2009 gründete er mit Wittcomm eine Agentur für IT /Publishing/Kommunikation. Dort bündelt er seine Aktivitäten als Autor, Blogger, Sprecher, PR- und Kommunikationsberater. Witte hat zwei Bücher zu strategischen IT-Themen veröffentlicht und schreibt regelmäßig Beiträge für die IT- und Wirtschaftspresse. Davor arbeitete er als Chefredakteur und Herausgeber für die Computerwoche. Außerdem ist Witte Mitbegründer des CIO Magazins, als dessen Herausgeber er bis 2006 ebenfalls fungierte.
Das Cloud-Betriebssystem OpenStack ist inzwischen weltweit verbreitet. Offener Quellcode und offene APIs erleichtern es Anwendern, immer notwendiger werdende Multi-Cloud- und Hybrid-Cloud-Strategien zu realisieren. Managed Service Provider unterstützen Unternehmen dabei, indem sie den komplexen Stack insbesondere in Form von Managed Private Clouds zur Verfügung stellen.

Die meisten Unternehmen haben die Vorteile von Cloud-Computing erkannt und nutzen das Bereitstellungsmodell auf die eine oder andere Weise. Einer Studie des Sicherheitsanbieters McAfee aus dem letzten Jahr zufolge nutzten 93 Prozent der befragten Unternehmen Cloud-Services. Das reicht von einzelnen Software-as-a-Service-Applikationen (SaaS) bis hin zur Nutzung einer kompletten Cloud-Infrastruktur.

Abhängigkeit beinträchtigt Cloud-Vorteile

Trotz der zunehmenden Verbreitung fürchten sich nach wie vor viele Unternehmen vor der zu starken Abhängigkeit von einem Cloud Provider. Eine etwas ältere Studie von Logicworks unter 400 IT-Entscheidern ergab, dass sich 78 Prozent Sorgen um diesen sogenannten Vendor Lock-in machen. Sie gehen davon aus, dass ihre Unternehmen aufgrund großer Abhängigkeit von einem Anbieter nicht so stark von den Vorteilen der Cloud (Agilität, Flexibilität, Skalierbarkeit) profitieren können. Unabhängigkeit bedeutet in diesem Zusammenhang vor allem, den Provider relativ einfach wechseln oder zumindest ohne zusätzliche Komplexität mit den Services verschiedener Provider arbeiten zu können.

Diese Unabhängigkeit ist umso wichtiger, je mehr Cloud-Computing zum vorherrschenden Delivery-Modell für die Enterprise IT wird. Kein Provider kann schließlich die IT-Service-Bedürfnisse eines großen oder mittelgroßen Unternehmens allein befriedigen. Auch die Hyperscaler AWS, Microsoft oder Google, die in sehr großem Stil Infrastruktur, Entwicklung und Software-Services aus der Cloud anbieten, können das nicht. Weil sie sich dessen bewusst sind, bieten sie in der Regel Schnittstellen an, damit auch Drittanbieter mit ihren Strukturen und Services arbeiten können. Allerdings definieren diese großen Provider ihre Schnittstellen im Alleingang und kontrollieren so den Zugang zu ihren Plattformen. Jeder, der Zugang haben und die Infrastrukturen nutzen will, muss sich daran halten.

Verschiedene Cloud-Stacks bedeuten viel Aufwand

Für das Anwenderunternehmen bedeutet das allerdings, dass es sich in den verschiedenen Cloud-Stacks gut auskennen muss, wenn sich die Zusammenarbeit nicht nur auf einen Cloud-Provider beschränken soll. Dabei stehen solche sogenannten Multi-Cloud-Strategien genauso wie Hybrid-Cloud-Ansätze (Mischung aus On-Premises-Infrastrukturen und -Applikationen sowie Cloud-Services) immer häufiger auf der Tagesordnung der Unternehmen. Der Know-how-Aufbau kostet Anwender viel Geld und Ressourcen. "Die Funktionalitäten aller Cloud Stacks ähnelt sich zwar: Sie stellen im Kern die Computing-, Network-, Storage- und Security-Ressourcen zur Verfügung, auf der die Cloud-Services laufen. Je nach Stack kommen noch Entwicklungs-, Orchestrierungs- und andere Ressourcen hinzu" erklärt Alexander Sommer, Practice Leader DACH OpenStack bei Rackspace. Allerdings unterscheiden sich die Cloud-Betriebssysteme im Detail zum Teil erheblich. Das macht Anwendern, die nicht nur einen SaaS-Service aus der Cloud beziehen, sondern auch Infrastruktur und Entwicklung in die Cloud verlagern wollen, das Leben deutlich schwerer.

OpenStack in Multi-Clouds
OpenStack in Multi-Clouds
Foto: OpenStack User Survey - OpenStack Foundation

NASA an der OpenStack Entwicklung beteiligt

Eine Alternative zu den proprietären Cloud-Stacks der Hyperscaler ist die Opensource Cloud-Plattform OpenStack. Dabei handelt es sich um eine Sammlung von Open-Source-Softwareprojekten, die es Benutzern ermöglichen, Compute-, Speicher und Netzwerk-Ressourcen über ein Web-Interface zu beziehen. Ursprünglich von NASA und Rackspace entwickelt, wird OpenStack heute von der OpenStack Foundation unterstützt und unter der Apache-Lizenz veröffentlicht. Sie erlaubt es den Nutzern die Software, frei herunterzuladen, zu bearbeiten und zu verteilen. Die Foundation überwacht die Beiträge von über 30.000 Entwicklern, die in einem Netzwerk von mehr als 620 Unternehmen engagiert sind und ständig neue Funktionen und Fähigkeiten hinzufügen. In Abständen von sechs Monaten erscheint ein neues Release von OpenStack. Das neueste nennt sich Queens und stammt vom Februar 2018.

Gründe für OpenStack
Gründe für OpenStack
Foto: OpenStack als Basis für offene Cloud-Architekturen - Crisp Research

Im Kern (Big Tent) umfasst die Plattform folgende Module, die in einzelnen Projekten ständig weiterentwickelt werden: Nova (Compute), Swift (Object Storage),Cinder (Block Storage), Glance (Image), Horizon (Dashboard), Neutron (Network), Keystone (Identity) Heat (Orchestration), Ironic (Bare Metal Service), Trove (Database) und Ceilometer (Metering). OpenStack wird für den Aufbau von Public und Private Clouds benutzt. Allerdings geht der Trend zurzeit stark in Richtung Private Clouds.

Der Opensource-Stack hat sich in den acht Jahren seiner Existenz sehr schnell verbreitet. Das gilt auch für Deutschland. Schon 2016 berichteten die Analysten von Crisp Research, dass die Mehrheit der deutschen Unternehmen entweder die Opensource-Cloud bereits einsetzt (24 Prozent) oder ihren Einsatz plant (51 Prozent). 89 Prozent aller Unternehmen kennen OpenStack.

Offener Quellcode und offene APIs gegen Vendor Lock-in

Neben der freien Verfügbarkeit des Quellcodes sind die offenen APIs ein weiteres zentrales Argument, das für OpenStack spricht. Die OpenStack Foundation hostet ein Software-Development Kit (SDK) mit einer sehr umfangreichen Sammlung offener APIs. Die große Entwickler-Community - zu der auch zahlreiche große IT-Anbieter beitragen - sorgt dafür, dass sie immer aktuell gehalten werden.

Bedenken OpenStack
Bedenken OpenStack
Foto: OpenStack als Basis für offene Cloud-Architekturen - Crisp Research

Diese offenen Schnittstellen ermöglichen Anwendern eine einfachere Verbindung zu ihren On-Premises-Applikationen und in andere Clouds. "Die APIs sind ein großer Vorteil erklärt Alexander Sommer von Rackspace. Sie schaffen Kompatibilität zwischen den verschiedenen OpenStack-Clouds und zu anderen Anwendungen. Offener Quellcode und offene Schnittstellen machen den Vendor Lock-in damit quasi durchlässig."

Besser Buy als Make

Allerdings gilt der Cloud-Stack von OpenStack auch wegen seiner zahlreichen Software-Projekte als durchaus komplex. Crisp Research schrieb in einem seiner Reports sogar einmal, OpenStack könne sich wie eine "Bestie verhalten". Es erscheine vielen "Unternehmensentscheidern technologisch sehr komplex". Die von Crisp folgerichtig aufgeworfene Frage, ob Unternehmen, die eine Private Cloud realisieren wollen, OpenStack selbst implementieren und betreiben sollen, beantwortet Alexander Sommer mit einer Tendenz zum Buy. "OpenStack ist in der Tat nicht einfach. Die meisten Unternehmen verfügen entweder nicht über ausreichende Expertise und/oder nicht über ausreichend Manpower. Außerdem kann ich mir gut vorstellen, dass IT-Abteilungen ihre Kapazitäten sinnvoller einsetzen können, als selbst eine Cloud-Infrastruktur zu betreiben. Ihre Aufgabe ist es doch eher, ihre Unternehmen mit Business unterstützenden oder Business treibenden Services voranzubringen."

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