ChatGPT- und Whisper-Integration für Entwickler

OpenAI verbessert seine KI-APIs

02.03.2023
Von 
Jürgen Hill ist Chefreporter Future Technologies bei der COMPUTERWOCHE. Thematisch befasst sich der studierte Diplom-Journalist und Informatiker derzeit mit aktuellen IT-Trendthemen wie KI, Quantencomputing, Digital Twins, IoT, Digitalisierung etc. Zudem verfügt er über einen langjährigen Background im Bereich Communications mit all seinen Facetten (TK, Mobile, LAN, WAN). 
OpenAI führt Entwickler-APIs für ChatGPT und das Spracherkennungssystem Whisper ein. Zudem ändert das Unternehmen seine Nutzungsbedingungen.
OpenAi bringt Entwickler-APIs für ChatGPT und Whisper.
OpenAi bringt Entwickler-APIs für ChatGPT und Whisper.
Foto: HorizonUI - shutterstock.com

OpenAI, die Company hinter ChatGPT und DALL-E 2, baut ihr Angebot aus und ändert die Nutzungsbedingungen. Sowerden unter anderem Entwickler-APIs für ChatGPT und das Sprachtranskriptionsmodell Whisper eingeführt. Zudem können sich Entwickler künftig gegen die Verwendung ihrer Daten für Verbesserungen entscheiden - sprich diese werden nicht zum Training der KI-Modelle verwendet. Gleichzeitig wurde den Nutzungsbedingungen eine 30-tägige Datenaufbewahrungsrichtlinie hinzugefügt.

API-Nutzung wird günstiger

Darüber hinaus hat OpenAI nach eigenen Angaben seit Dezember durch eine Reihe von systemweiten Optimierungen die internen Kosten von ChatGPT um 90 Prozent senken können. Einsparungen, die das Unternehmen jetzt an die API-Nutzer weitergeben will. So soll die Nutzung der ChatGPT-API künftig 0,002 Dollar pro 1.000 Token entsprechen - das entspricht in etwa 750 Wörter. Darüber hinaus wird es eine Option für Entwickler geben, die davon ausgehen, mehr Token zu verwenden, als die Standard-API zulässt.

Whisper-AI

Bei der angekündigten Whisper-API von OpenAI handelt es sich um eine gehostete Version des Open-Source-Sprache-zu-Text-Modells Whisper, das im September eingeführt wurde. Wie OpenAI-Präsident und Mitbegründer Greg Brockman gegenüber TechCrunch erklärte, basiert dieWhisper-API auf dem gleichen KI-Modell wie die Open-Source-Version. Allerdings sei die API bis zum Äußersten optimiertund deshalb sehr viel schneller und extrem bequemin der Nutzung. Für die Verwendung der Transkriptions-API berechnet OpenAI Entwicklern 0,006 Dollar pro Minute. Die API soll, wie es bei OpenAI heißt, eine "robuste" Transkription in mehrere Sprachen ermöglichen und Übersetzungen ins Englischebieten.

So wird die ChatGP-API genutzt

Mit Q-Chat arbeitet Quizlet an einem KI-Tutor für das Lernen.
Mit Q-Chat arbeitet Quizlet an einem KI-Tutor für das Lernen.
Foto: Screenshot Quizlet

Laut OpenAI nutzen bereits etliche Anbieter die Programmierschnittstellen. So habe etwa Snap Inc., der Schöpfer von Snapchat, die Einführung von My AI for Snapchat+ angekündigt. eingeführt. Das Tool basiert wird auf der ChatGPT-API und bietet Snapchattern einen anpassbaren Chatbot, der Empfehlungen anbietet und sogar ein Haiku für Freunde schreiben kann - also Kurzgedichte mit zehn bis 14 deutschen Silben.

ChatGPT als KI-Tutor

Ein anderer Anwender ist Quizlet,eine globale Lernplattform mit mehr als 60 Millionen Schülern. Das Unternehmen arbeitet seit drei Jahren mit OpenAI und nutzt GPT-3 für mehrere Anwendungsfälle, einschließlich Vokabellernen und Übungstests. Mit der Einführung der ChatGPT-API hat Quizlet jetzt Q-Chat vorgestellt. Dabei handelt es sich um einen vollständig anpassbaren KI-Tutor, der Schüler mit adaptiven Fragen auf der Grundlage relevanter Lernmaterialien beschäftigt, die durch ein unterhaltsames Chat-Erlebnis bereitgestellt werden.

Gesund essen - dank KI?

Ein weiteres Beispiel ist Instacart. Die Firma will noch in diesem Jahr ihre Instacart-App um die Funktion Ask Instacart erweitern. Dann sollen die User nicht mehr nur gezielt nach Lebensmittel fragen, sondern auch offene Fragen stellen können. Etwa in der Art "Wie mache ich großartige Fisch-Tacos?" oder "Was ist ein gesundes Mittagessen für meine Kinder?". Um dies zu realisieren, plant das Unternehmen, ChatGPT zusammen mit Instacarts eigener KI und den Produktdaten aus den Filialen der über 75.000 Einzelhandelspartner zu verwenden.