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Open-Source-Guru kritisiert "Initiative for Software Choice"

18.10.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Open-Source-Guru Bruce Perens hat die CompTIA (Computer Technology Industry Association) scharf angegriffen. Mit der "Initiative for Software Choice" versuche der Industrieverband, den Einsatz von Open-Source-Software in Behörden und öffentlichen Einrichtungen zu verhindern. Der Verband vertritt die Auffassung, Open-Source-Lizenzen führten zu einer Bedrohung der Softwareindustrie. Kritisiert wird zudem die Darstellung der Linux-Gemeinde, Open-Source-Software könne Behörden aus der Abhängigkeit von proprietären Technologien wie etwa Microsofts Dateiformaten befreien.

Perens, der im September seinen ehmaligen Arbeitgeber Hewlett-Packard verlassen hat, um sich stärker für die Open-Source-Gemeinde zu engagieren, wirft der ComTIA vor, sich einseitig für die Interessen Microsofts einzusetzen. Dabei erhebe die Organisation jedoch den Anspruch, 8000 Unternehmen zu vertreten.

CompTIA-Vorstand Bob Kramer wehrt sich gegen die Anschuldigungen: "Wir sind kein Microsoft-Püppchen". Die Gesetzesinitiativen in vielen Ländern, Open Source im öffentlichen Bereich einzusetzen, schade allen Mitgliedern des Verbandes. Mittlerweile gebe es 24 Staaten, die in Zukunft ausschließlich quelloffene Software zulassen wollen. Damit gehe der Softwareindustrie ein Multimillionen-Dollar-Markt durch die Lappen. (lex)