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Open-Source-Guru darf nicht gegen DMCA demonstrieren

29.07.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Open-Source-Guru Bruce Perens hat eine Demonstration gegen das umstrittene US-Copyright-Gesetz DMCA (Digital Millennium Copyright Act) abgesagt, die er für die Fachmesse OSCON (O'Reilly Open Source Convention) vergangene Woche in San Diego geplant hatte. Im Rahmen des Protestes wollte er eine Software zeigen, mit der sich der so genannte Ländercode von DVD-Playern manipulieren lässt. Der Code sorgt dafür, dass sich zum Beispiel in den USA gekaufte DVDs nicht auf in Europa angebotenen DVD-Playern abspielen lassen.

Dem schob Hewlett-Packard (HP) einen Riegel vor. Der Hersteller, bei dem Perens als Linux-Entwickler angestellt ist, befürchtete eine Verletzung des DMCA. "Ich will nicht, dass Bruce inhaftiert wird" sagte Martin Fink, Chef von HPs Linux-Abteilung, der Perens die Vorführung der Software verbot. Er könne aber die Gründe nachvollziehen, aus denen die Open-Source-Community mit Teilen des DMCA nicht einverstanden ist.

Er habe den DMCA nicht verletzen wollen, reagierte Perens. Er könne lediglich nicht verstehen, warum er legal in Europa gekaufte DVDs nicht auf seinem heimischen Player abspielen darf. (lex)