Mobile World Congress 2016

Open Connectivity Foundation will Ordnung ins Internet der Dinge (IoT) bringen

22.02.2016
Von 


Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Binnen weniger Jahre sollen Milliarden von Connected Devices im Internet der Dinge (IoT) in der Lage sein, unabhängig vom Hersteller, Betriebssystem, Chipsatz oder des Physical Transport Layer miteinander zu kommunizieren. Im Rahmen der Open Connectivity Foundation (OCF) arbeiten nun Branchengrößen wie Cisco, GE Digital, Intel, Microsoft und Samsung daran, diese Vision wahr werden zu lassen.

Mit dem Ziel, IoT-Standards zu vereinheitlichen, haben sich pünktlich zum Mobile World Congress, auf dem das Thema einen wichtigen Stellenwert einnehmen wird, führende Industrieriesen zur Open Connectivity Foundation (OCF) zusammengeschlossen. Die neue Gruppe bringt Vertreter der zwei größten rivalisierenden Organisationen auf diesem Gebiet zusammen, das Open Interconnect Consortium (OIC) und die AllSeen Alliance. Diese beiden Gruppen hatten in der Vergangenheit eigene - unterschiedliche - Wege beworben, wie sich Connected Devices erkennen und festlegen, was sie zusammen tun können.

So sind alle OIC-Mitglieder einschließlich Intel und Samsung jetzt Teil des OCF. Die AllSeen Alliance existiert nach wie vor, hat jedoch mit Qualcomm und Microsoft zumindest zwei ihrer größten Unterstützer an die neue Gruppe verloren. Wie Qualcomm in einem Blog-Beitrag erklärte, will der Chipriese mit beiden Organisationen zusammenarbeiten, um einen einzelnen offenen Standard für IoT zu entwickeln. Microsoft kündigte an, dass Windows-Devices den OCF-Standard nativ unterstützen.

Mit Cisco und GE Digital erhält das neue Konsortium auch Gewicht auf der Industrieseite. Zu den anderen Mitgliedern zählen unter anderem CableLabs, der Haushaltsgerätehersteller Electrolux und der auf Video- und Breitbandsysteme fokussierte TK-Ausrüster Arris Group. Eine kontinuierlich wachsende Liste an Mitgliedern findet sich hier.

Die OCF will eine einzelne Spezifikation oder zumindest ein gemeinsames Set an Protokollen und Projekten für alle Typen von IoT-Geräten ausarbeiten. Erste OCF-zertifizierte Produkte werden dabei bereits für dieses Jahr erwartet - ein sportliches Ziel, das angesichts der im Konsortium enthaltenen Hersteller von IoT-Chips, -Software, -Plattformen und -Produkten jedoch erreichbar ist. Zwar ist es unwahrscheinlich, dass so verschiedene Objekte wie Sensoren aus dem Industrie-4.0-Umfeld jemals direkt mit im Smart Home eingesetzten intelligenten Glühbirnen kommunizieren. Allgemeingültige Spezifikationen für jede Art von IoT-Szenarien könnten aber ein weiteres Ökosystem schaffen, das Innovationen vorantreibt, die Entwicklungskosten senkt und einen größeren Pool an Entwicklern für alle bereitstellt.