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OOP: Hersteller gründen Allianz für die Anwendungsentwicklung

08.02.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Mit der Bündelung ihre Entwicklungswerkzeuge zur "Strategic Software Development Factory" (ssd/f) wollen vier Hersteller ihren Alleingang im Marketing beenden. MID, Merant, Nexus und Mercury Interactive hoffen nun, dass sich weitere Firmen der Allianz anschließen und Kunden den Mehrwert erkennen.

Vier Geschäftsführer hatten sich auf der Münchner Konferenzmesse für Objektorientiertes Programmieren (OOP) eingefunden, um für ssd/f die Werbetrommel zu rühren. Ihr Motto: Anwender sollen die Möglichkeit erhalten, "Best-of-Breed"-Produkte nach Bedarf zu einer durchgängigen Komplettlösung für die Entwicklung strategischer Anwendungen zu koppeln. Kunden, so stellvertretend MID-Geschäftsführer Rüdiger Baumann, müssen angesichts des steigenden Wettbewerbs und immer kürzerer Produktzyklen die einzelnen Phasen der Softwaregenerierung durchgängig automatisieren und beschleunigen können.

Die Produktlandschaft bei den Entwicklungswerkzeugen ist aber derzeit zersplittert, Schnittstellen fehlen oder sind inkompatibel. Dies favorisiert Hersteller wie etwa die Firma Rational, die durch ihre integrierte Werkzeugsammlung für die Softwareentwicklung "Rational Suite" genau dieses Problem lösen will. Die vier Allianzpartner sehen daher ssd/f auch als Gegengewicht zu Rational und rechnen sich zugleich Chancen beim Cross Selling aus.

Die Durchgängigkeit der "Factory" wurde zufolge den Herstellern durch die gemeinsam entwickelte Schnittstelle "ssd/i" möglich, die eine Integration und den Datenaustausch zwischen den einzelnen Produkten erlaubt. Konkret steuert MID die Tools "Innovator 6.2" für die Geschäftsmodellierung, Analyse und Design sowie "Innovator V" für die Vorgehensmodellierung bei. Von Nexus stammen die Produkte "Nexus Builder" und "Nexus Conspector" für die Modell- und Oberflächengenerierung sowie das Reverse Engineering. Mercury Interactive bietet die Testwerkzeuge "Winrunner" und "Testdirector", und Merant wird innerhalb der nächsten Wochen die Software "PVCS" für das Versions- und Konfigurations-Management anbinden. Die Partner hoffen jetzt, dass sich weitere Anbieter ihrer Strategie anschließen. Als ersten Kunden konnten sie die Firma Siemens gewinnen. Diese hatte 1998 mit "Sens" ebenfalls eine umfangreiche Best-of-Breed-Plattform angeboten, allerdings in erster Linie

als Vehikel für den Verkauf ihres eigenen Betriebssystems "Sinix" und der "RM"-Server-Familie - offenbar ohne großen Erfolg.