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Online-Jobbörse: BA-Chef Weise soll von Kostenexplosion gewusst haben

01.03.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Affäre um den Online-Stellenmarkt der Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg weitet sich aus. Nachdem vergangenen Woche bekannt wurde, dass das Projekt statt der ursprünglich angegebenen 65 Millionen Euro bis zum Jahr 2008 eine Summe von 165 Millionen Euro verschlingen soll, zeichnet sich nun ein neues brisantes Detail ab. Wie das "Handelblatt" berichtet, sollen sowohl der neue BA-Chef Frank-Jürgen Weise als auch das für den Virtuellen Arbeitsmarkt zuständige Vorstandsmitglied Heinrich Alt bereits seit August letzten Jahres über die Kostenexplosion des Projekts informiert gewesen sein. Weise hatte bisher behauptet, erst seit Dezember von Projektkosten in Höhe von 77 Millionen Euro gewusst zu haben. Weise und Alt geraten wegen der Jobbörse nun auch unter Druck des Verwaltungsrates. Der stellvertretende Verwaltungsratchef Peter Clever wirft dem Vorstand vor, trotz

vieler Nachfragen falsch über die Kostenentwicklung bei der Internet-Jobbörse informiert worden zu sein. Das Gremium hat Weise eine Frist gesetzt, bis Freitag einen schriftlichen Bericht abzuliefern. (pg)