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Online-Banken bedrohen Traditionshäuser

05.06.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Kundenzahl der Internet-Banken wird in den nächsten drei Jahren von derzeit 20 auf 55 Millionen ansteigen. Der Wert der Online-Finanzdienstleistungen soll dabei auf 440 Milliarden Euro anwachsen. Das sind 15 Prozent des gesamten Finanz-Service-Marktes. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Investmentbank J.P. Morgan. Die meisten Online-Bankkunden soll es 2003 in Schweden geben: Hier werden rund 50 Prozent aller Einwohner ihre Finanzgeschäfte im Internet tätigen. Auf den Plätzen zwei und drei folgen die Schweiz mit einer Online-Nutzungsrate für Finanzen von 36 und Deutschland mit 25 Prozent. In drei Jahren wird ein Drittel der Banktransaktionen im Wert von 158 Milliarden Euro im Web abgewickelt. Investmentsfonds im Wert von rund 192 Milliarden Euro sollen im Internet verkauft werden, das entspricht einem Anteil am Gesamtvolumen von 19 Prozent. Wollen die alteingesessenen Banken gegen die Newcomer bestehen, müssen sie ihre Kosten drastisch reduzieren, so die Untersuchung. J.P. Morgan zufolge sind die europäischen Banken hierfür schlecht aufgestellt, da es ihnen schon in der Vergangenheit kaum gelungen sei, ihre Ausgaben zu senken. Dennoch hätten Traditionshäuser grundsätzlich bessere Chancen als Startups, wenn sie den Sprung ins Internet rechtzeitig schaffen. Ihr Vorteil liege vor allem in ihren bekannten und renommierten Markennamen.