Microsoft Cloud-Client

OneDrive-Ordnerschutz in Windows 10 aktivieren

Thomas Rieske arbeitet seit Oktober 2002 als freiberuflicher IT-Fachjournalist und Autor. Zu den Themenschwerpunkten des Diplom-Übersetzers zählen unter anderem Computersicherheit, Office-Anwendungen und Telekommunikation.
Microsoft stellt eine im Juni 2018 für Geschäftskunden eingeführte Funktion seines Cloud-Speichers OneDrive jetzt auch privaten Usern zur Verfügung. Die OneDrive Folder Protection synchronisiert auf Wunsch die drei wichtigsten lokalen Ordner mit dem Online-Speicher. Doch auch jenseits vom Datenschutz lauern einige Herausforderungen.

OneDrive-Ordner Desktop, Bilder und Dokumente synchronisieren

Bislang war es so, dass OneDrive nur die Dateien und Verzeichnisse synchronisierte, die der User explizit im lokalen OneDrive-Ordner ablegte. Die neue Funktionalität hingegen geht darüber hinaus, indem Benutzer die Möglichkeit haben, die Ordner Desktop, Bilder und Dokumente mit der Cloud abzugleichen. Per Default ist dieses Feature des OneDrive-Clients ausgeschaltet.

Um es zu aktivieren, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das OneDrive-Icon im Systray und wählen Einstellungen. Wenn Sie den Cloud-Service noch nicht auf Ihrem System eingerichtet haben, müssen Sie sich zunächst mit Ihrem Microsoft-Account anmelden. Nun klicken Sie auf die Registerkarte Automatisch speichern und danach auf Ordner aktualisieren.

Probleme mit Junctions lösen

Normalerweise sollten im folgenden Dialog Desktop, Bilder und Dokumente angewählt sein. Beim letzten Ordner gibt es aber unter Windows 10 Probleme: Insgesamt drei Verzeichnisverbindungen (Junctions), eine Spezialform von Symbolic Links, kommen der Funktion ins Gehege. Eigene Bilder im Dokumente-Ordner ist der erste dieser Links, den Windows anmeckert. Sie müssen die Junctions verschieben oder löschen, wobei Letzteres der pragmatische Weg ist, denn mit Bordmitteln (auch Robocopy scheiterte in unserem Versuch) lassen sich die Links nicht beiseiteschaffen.

Nachdem Sie das erledigt haben, klicken Sie im OneDrive-Dialogfenster auf Wiederholen. Der Dokumente-Ordner sollte nun markiert sein, und Sie können per Klick auf die Schaltfläche Schutz starten die Synchronisierung anstoßen. Vom automatischen Abgleich ausgenommen sind nach Microsoft-Angaben Outlook-Datenbanken (PST-Files) und OneNote-Dateien.

Erweiterte OneDrive-Funktion rückgängig machen

Sie können die Funktionalität auch wieder rückgängig machen. Dazu rufen Sie erneut die Einstellungen des Clients auf und wählen Ordner aktualisieren, wie oben beschrieben. Unter jedem der aktiven Ordner wird der Link Schutz beenden angezeigt, sodass Sie selektiv vorgehen und zum Beispiel lediglich Dokumente in Zukunft von der Synchronisation aussparen können.

Vorsicht beim Beenden eines einzelnen Ordnerschutzes

Wenn Sie etwa auf den Link unter Dokumente klicken, erfolgt Windows-typisch die Nachfrage, ob Sie die Aktion tatsächlich durchführen wollen. Der dazugehörige Hinweis verrät, dass alle Inhalte aus Dokumente auf OneDrive bleiben. Im zweiten Punkt darunter heißt es jedoch einigermaßen kryptisch: Neue Dateien werden einem gesonderten Ordner hinzugefügt, nicht auf OneDrive geschützt.

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Wer jetzt auf Schutz beenden klickt, dürfte sich danach bei einem Blick in seinen Dokumente-Ordner erschrecken - denn dieser ist leer, gerade eben frisch angelegt. Erst nach und nach wird klar, was passiert ist. Der aktivierte Ordnerschutz verschiebt das lokale Dokumente-Verzeichnis des Nutzers in dessen lokales OneDrive-Verzeichnis, also eine Ebene tiefer. Der Pfad des betreffenden Ordners unter Dieser PC ist entsprechend umgebogen, wie anhand seiner Eigenschaften ersichtlich ist.

Deaktivieren Sie jetzt den Ordnerschutz, erfolgt der Vorgang aber nicht in umgekehrter Reihenfolge. Vielmehr verbleibt auf Ihrem Computer der Dokumente-Ordner als Unterverzeichnis von OneDrive. Dort finden Sie auch alle Dateien, die Sie zuvor lokal erstellt beziehungsweise über die Microsoft-Cloud synchronisiert haben. Es ist also nichts verloren gegangen.

Das Dokumente-Verzeichnis, das sich direkt unterhalb des jeweiligen Users befindet, zum Beispiel C:\Users\TR\Documents, wurde hingegen neu erstellt. Mit dieser verwirrenden Struktur wird wohl kaum jemand auf Dauer arbeiten wollen. Es bleibt also kaum etwas anderes übrig, als die Dateien wieder per Hand an ihren ursprünglichen Ort zu verschieben. (hal)