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Oklahoma erhebt Anklage gegen MCI/Worldcom

28.08.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Staatsanwaltschaft des Bundesstaats Oklahoma hat strafrechtliche Schritte gegen sechs ehemalige Worldcom-Führungskräfte, darunter der ehemalige CEO und Firmengründer Bernard Ebbers, sowie gegen das Unternehmen selbst erhoben. Dem inzwischen in MCI umbenannten TK-Konzern und seinen Topmanagern wird die Verletzung des Securities Act von Oklahoma vorgeworfen.

Es sei selten, dass sich eine Anklage seiner Behörde gegen ein ganzes Unternehmen richte, sagte Generalstaatsanwalt Drew Edmondson: In diesem Fall sei das Vorgehen jedoch gerechtfertigt. So hätten nicht nur einige Worldcom-Mitarbeiter versucht, in die eigene Tasche zu wirtschaften. Hinter dieen Betrugsdelikten stehe vielmehr eine bewusste Entscheidung des Unternehmens, betonte Edmondson.

Die Sachlage sei ganz einfach, erklärte der Staatsanwalt: "Durch die Fälschung von Finanzinformationen sah das Unternehmen auf dem Papier stärker aus, als es tatsächlich war. Investoren verließen sich auf diese Informationen, als sie Aktien von Worldcom kauften. Das Unternehmen log, die sechs Mitarbeiter logen, das Gesetz wurde gebrochen." Für jeden der insgesamt 15 Anklagepunkte drohen im schlimmsten Fall zehn Jahre Gefängnis sowie eine Geldstrafe von 10.000 Dollar.

Stasia Kelly, juristische Beraterin des Carriers, erklärte in einer Stellungnahme, mit den Maßnahmen gegen MCI würden lediglich die 20 Millionen Kunden und die 55.000 Mitarbeiter bestraft. Das Unternehmen habe seit dem vergangenen Jahr gewaltige Fortschritte gemacht.

Die Bemühungen des Managements, den TK-Konzern nach dem Bilanzskandal im vergangenen Jahr wieder auf Kurs zu bringen, hatte zuletzt auch der gerichtlich bestellte Verwalter Richard Breeden gewürdigt. So ging Breeden davon aus, dass MCI noch in diesem Herbst das laufende Insolvenzverfahren abschließen könne, wenn es zuvor noch eine Reihe von Auflagen erfüllt (Computerwoche online berichtete). Die Anhörung über den Abschluss des laufenden Insolvenzverfahrens ist für den 8. September angesetzt. (mb)