Ohne Prozessänderung bringt RFID nichts

07.05.2007
IMG untersuchte den Einsatz der Funktechnik im After-Sales- und Servicebereich.

Ob sich die Implementierung der Radio Frequency Identification (RFID) auszahlt, hängt davon ab, inwieweit das Anwenderunternehmen seine Geschäftsabläufe darauf ausrichtet. Auf diese Kurzformel lassen sich die Ergebnisse bringen, die eine Studie der Unternehmensberatung The Information Management Group (IMG) zutage förderte. Dafür befragte die IMG 156 Betriebe aus den Marktsegmenten Maschinen- und Anlagenbau, Medizintechnik und Geräteherstellung sowie Facility-Management und Gesundheitswesen.

Branchenübergreifend sehen die Umfrageteilnehmer in der RFID-Technik deutliche Vorteile gegenüber der Barcode-Kennzeichnung. Zwei Drittel erwarten von der Funkidentifikation einen "strategischen" Vorsprung ihres Unternehmens. Strittig ist jedoch das Kosten-Nutzen-Verhältnis.

Ersetzt das Unternehmen lediglich den Barcode durch die RFID-Kennzeichnung, so wird die Bilanz negativ ausfallen, so das Fazit der IMG-Untersuchung. "Nachhaltige" Vorteile bringe die Implementierung nur ein, wenn das Einführungsprojekt "ganzheitlich" gestaltet werde, also neben der technischen auch die wirtschaftlichen Aspekte betrachte.

"Der Einsatz von RFID lohnt sich vor allem in geschlossenen Kreisläufen, in denen höchste Prozesssicherheit erforderlich ist", erläutert Dimitrios Gizanis, Senior Consultant und Projektleiter RFID bei der IMG. Wer sich mit der Technik auseinandersetze, müsse zunächst die möglichen Prozessinnovationen und -verbesserungen erkennen. Die Auswahl der Technikbausteine und die Systemintegration seien demgegenüber zweitrangig. Die detaillierten Ergebnisse der Untersuchung stehen auf der Website der IMG (www.img.ch) zur Verfügung. (qua)