Jobprofil Cloud-Experte

Ohne Cloud keine Digitalisierung

Ingrid Weidner arbeitet als freie Journalistin in München.
Die digitale Transformation ist ohne Cloud-Anwendungen undenkbar. Informatikern eröffnet die Technologie viele Jobperspektiven.

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Als Informatikstudent hielt Daniel Meixner Cloud noch für ein Buzzword. Doch später im Berufsleben merkte er schnell, welches Potenzial die neue Technologie bietet. Seit 2012 arbeitet der heute 36-Jährige für Microsoft und beschäftigte sich intensiv mit Cloud-Anwendungen. Das Unternehmen selbst gab vor längerer Zeit die Maxime "Cloud first" aus. "Heute gibt es kaum noch Projekte, die ohne Berücksichtigung von Cloud-Technologien umgesetzt werden", sagt Daniel Meixner, DevOps Architekt bei Microsoft Deutschland und fügt hinzu: "In jeder mobilen Anwendung steckt Cloud." Mit dem Begriff "DevOps"wird die Verzahnung von "Development" und "Operations" zusammengefasst.

Heute gibt es kaum noch Projekte, die ohne Berücksichtigung von Cloud-Technologien umgesetzt werden.
Heute gibt es kaum noch Projekte, die ohne Berücksichtigung von Cloud-Technologien umgesetzt werden.
Foto: ImageFlow - shutterstock.com

Mit dem Studium und den ersten Berufsjahren als Software-Entwickler verschaffte sich Meixner ein solides Fundament und lernte einen Technologiemix kennen, der ihm später als Berater half, sich schnell in neue Themen einzuarbeiten. "Unmittelbar nach meinem Studium dachte ich noch, ich hätte auf der Universität nicht viel gelernt, was mich im Berufsleben weiterbringt. Doch das war eine Fehleinschätzung, die ich nach zwei oder drei Jahren revidiert habe. Das theoretische Wissen hilft mir dabei, Dinge besser einzuordnen", gibt Meixner zu.

Blogs ersetzen das Handbuch

Meixner arbeitete sich intensiv in die für ihn neue Cloud-Technologie ein, sprach mit den Entwicklern im eigenen Haus, absolvierte interne Trainings, las viele Blogs und vertiefte sich in den großen, im Netz auffindbaren Wissensfundus zu der neuen Technologie. "Es gibt unglaublich viele Infos im Netz, aus ganz unterschiedlichen Perspektiven und nicht nur die Sicht eines einzelnen Unternehmens", erklärt er.

Waren früher Produktinformationen noch in Handbüchern zusammengefasst, findet sich dieses Wissen heute fast nur noch virtuell. "Heute gibt es keine Handbücher mehr", sagt Meixner. Ein kleines Detail, das aber das Tempo in der gesamten IT-Branche gut illustriert. Diese Schnelligkeit bedeutet für jeden, der dort beschäftigt ist, sich permanent und intensiv weiterzubilden, um immer am Ball zu bleiben. "Das Tempo hat sich in den vergangenen fünf Jahren noch mal beschleunigt", beobachtet der Informatiker.

Daniel Meixner ist DevOps Architekt bei Microsoft Deutschland.
Daniel Meixner ist DevOps Architekt bei Microsoft Deutschland.
Foto: Microsoft Deutschland

In der aktuellen IDC-Studie "Cloud Computing in Deutschland 2017" befragten die Marktforscher im Dezember 2016 317 IT- und Fachentscheider aus Unternehmen. Zwar konzentrieren sich zwei Drittel der Befragten noch auf Einzelprojekte, doch sowohl Konzerne als auch mittelständische Unternehmen planen, zukünftig Cloud intensiver zu nutzen. Die Vorbehalte nehmen ab. Deshalb erwarten die IDC-Forscher, dass die Zahl der Cloud-Initiativen steigt. 60 Prozent der befragten Firmen befinden sich derzeit noch in einer frühen Phase, sie beschäftigten sich mit Pilotprojekten, treiben in einzelnen Fachbereichen individuelle Initiativen voran, haben aber noch keine Cloud Strategie definiert. Das eröffnet Cloud-Spezialisten in Unternehmen und Beratern bei Service-Anbieter viele Chancen.

Cloud Computing verändert auch die Berufsbilder in den IT-Abteilungen, wie die Marktforscher von IDC zeigen. 50 Prozent der IT-Entscheider sehen die Rollen der IT-Architekten, Systemadministratoren und der Verantwortlichen für IT-Operations im Wandel. Je mehr Cloud Services ein Unternehmen nutzt, umso tiefgreifender werden die Veränderungen sein. Das betrifft das Fachwissen, die Prozesse und die Unternehmenskultur. Außerdem werden IT-Systeme offener und schneller.

"Cloud gehört zur digitalen Transformation dazu"

Meixner spricht mit Interessenten, erklärt die Cloud-Technologie und diskutiert auch mit Kritikern über deren Bedenken. Gerade hierzulande gab es lange Vorbehalte gegenüber Cloud-Anwendungen, deshalb musste der Informatiker Kunden ausführlich über die neue Technologie informieren und sie davon überzeugen. "Die Bedenken sind nachvollziehbar. Natürlich möchten die Firmen wissen, wer Zugriff auf ihre Daten hat. Transparenz ist wichtig", sagt Meixner.

Eine kritische Haltung der Kunden kann Veränderungen bewirken. Mittlerweile betreibt Microsoft Deutschland Rechenzentren in Frankfurt am Main und Magdeburg. Sie sind auch ein Zugeständnis an die Kunden, denn sie garantieren ihnen, dass ihre Daten innerhalb der Landesgrenzen gespeichert werden und den deutschen Datenschutzbestimmungen unterliegen. Längst sind IT-Landschaften in Unternehmen diversifiziert, die Vielfalt von Systemen und Technologien sieht der Informatiker Meixner als Vorteil, denn Kunden können beispielsweise auch mit einem Linux-Betriebssystem den Microsoft-Cloud-Service nutzen. "Wir bauen heute Anwendungen, die eine viel größere technologische Vielfalt auf Kundenseite erlauben", erläutert Meixner und fügt hinzu: "Es macht mir viel Spaß, über Architekturen nachzudenken und mit den Kunden zu sprechen". Eine Rückkehr an den Rechner als Entwickler kann sich der Informatiker gerade nicht vorstellen.

Cloud-Technologie als Teil der digitalen Transformation

Cloud Computing zählt zu den wichtigsten Trends in der Unternehmens-IT. Die Idee dahinter klingt einfach: IT-Ressourcen werden über das Internet oder Intranet bedarfsgerecht, idealerweise über ein Self-Service-Portal, bereitgestellt und nach dem tatsächlichen Verbrauch abgerechnet. Die Protagonisten des Cloud-Konzepts versprechen mehr Flexibilität, nahezu unbegrenzte Skalierbarkeit und niedrigere Kosten.

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