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Offshoring lohnt sich – vor allem für Konzernchefs

01.09.2004

Die Vorstandsvorsitzenden großer Unternehmen profitieren offenbar auch persönlich, wenn sie Arbeitsplätze in Billiglohnländer auslagern. So ergab eine Untersuchung, dass die 50 US-Firmen mit dem größten Offshoring-Anteil ihren Chief Executive Officers (CEOs) im vergangenen Jahr eine Gehaltserhöhung um durchschnittlich 46 Prozent spendierten. Mit einem Mittelwert von 10,6 Millionen Dollar fielen die Bezüge gleichzeitig um 28 Prozent höher als das durchschnittliche Salär eines US-amerikanischen Konzernlenkers (8,1 Millionen Dollar) aus.

Das ergab eine Studie des Institute of Policy Studies und der Organisation United for a Fair Economy (UFE). Unter den Top-50-Offshorern finden sich eine Reihe von CEOs von IT-Firmen, darunter IBM-Chef Samuel Palmisano. Dem Bericht zufolge stieg Palmisanos Gehalt im vergangenen Jahr um 13 Prozent auf 7,7 Millionen Dollar – ein Wert der deutlich unter dem statistischen Mittel liegt. Einen besseren Schnitt machte Stephen Bennet, CEO des Finanzsoftwareanbieters Intuit: Sein Lohn kletterte 2003 um 425 Prozent auf 22,3 Millionen Dollar - laut Studie auch eine Belohnung für die Verlagerung von Call-Center-Jobs nach Indien.

Die Verfasser weisen auch darauf hin, dass die Gehaltsdifferenz zwischen einem CEO und einem durchschnittlichen Mitarbeiter wieder größer geworden ist: 2003 habe das Verhältnis 301:1 betragen, im Jahr zuvor waren es "nur" 282:1. (mb)