Landesrechenzentrum Rheinland-Pfalz mit Interscan-Seitenleser:

OCR ersetzt 50 Datatypistinnen

05.11.1976

MAINZ - Laut einem Beschluß der Innenminister der Länder vom vorigen Jahr sollen die Länderverwaltungen Personal sparen. Auch für das Landesrechenzentrum Rheinland-Pfalz in Mainz stellte sich diese Aufgabe - und das bei ständig steigendem Datenerfassungsvolumen. Die Lösung: Ein OCR-Vielschriftenleser von Interscan. "Mobiler" Bereich der OCR-Anwendung: Direkt-Erfassung der Holzernte im Wald. Über 1000 rheinland-pfälzische Forstbeamte tragen Angaben über Holzqualität und -menge wie eh und je mit der Hand in ein Formular ein, das dann aber, statt als Ablochbeleg zu dienen, via Seitenleser direkt erfaßt wird.

Perfektioniert wird die Methode durch das sogenannte Umlauf-Verfahren (Turn-around-Belege): Gewisse Stammdaten werden auf dem Formular in maschinenlesbarer Schrift vorher ausgedruckt. Das Leseprogramm, das übrigens offline "gefahren" wird, ist so "großzügig", daß den Beamten die vorgeschriebene Schreibweise nach eigenem Bekunden keine Mühe macht.

Zufriedenheit also beim Sachbearbeiter und beim Finanzminister. Die Rechnung sieht so aus: Von den 55 Bediensteten des Rechenzentrums, die 21 Einwohnermeldeämter, 45 Kripo-Dienststellen, das Landeskriminalamt, ferner die Landesregierung und schließlich 15 Stadtverwaltungen mit Rechnerleistung versorgen, ist ein Viertel mit Datenerfassungsaufgaben beschäftigt. Ohne OCR-Leser wären es mehr als die Hälfte: Das Gerät ersetzt 50 Datentypistinnen.

Als Kostenrelation zwischen Urbeleg- und Tastaturerfassung hat man seinerzeit in Mainz für Maschinenschrift eine Relation von 1 zu 5 und für die etwas langsamere Handschrifterfassung von 1 zu 3 zugunsten des Lesers errechnet.