Noch besser in iOS 14

Objekte mit Augmented-Reality-Maßband messen

03.11.2020
Von 
Halyna Kubiv ist Content Managerin bei der Macwelt.
Seit iOS 12 ist auf iPhones eine AR-App Maßband an Bord. Damit kann man in etwa Gegenstände ausmessen.

Obwohl Maßband Apples Dienstprogramm ist, muss man die App vor der Nutzung zunächst aus dem App Store herunterladen.

Maßband misst Gegenstände mit der iPhone-Kamera
Maßband misst Gegenstände mit der iPhone-Kamera

Gleich nach dem Start bittet die App den Nutzer, das iPhone einige Male hin und her zu bewegen, als ob man gerade ein Panorama-Foto aufnimmt. Wir vermuten, dass das ARKit in iOS anhand der Daten des Beschleunigungssensors besser die Umgebung bzw. Flächen erkennen kann. Und tatsächlich, nachdem man das iPhone kurz kalibriert hat, kann die Kamera ziemlich genau die Ecken eines Monitors oder rechteckigen Verpackung erkennen und selbstständig einen möglichen Startpunkt für die Messung festlegen, der Nutzer muss nur noch mit dem Tipp auf den Plus-Button diese Vermutung der App bestätigen. Neuere iPhones wie das iPhone 11 Pro geben dabei noch ein haptisches Feedback, falls die Kamera einen Messpunkt gefunden hat.

Hat man den ersten Punkt festgelegt, verwandelt sich der digitale Sucher auf dem Bildschirm in eine weiße Punktlinie, nun gilt es diese bis zum gedachten Endpunkt zu führen. Ist dieser auf dem Bildschirm erreicht, tippt man nochmals auf den Plus-Button in der unteren Ecke des Bildschirmes, das iOS verwandelt die gestrichene Linie in eine durchgehende, genau in der Mitte erscheint nun eine Anzeige mit dem ermittelten Maß. Tippt man noch darauf, blenden die Maßband-App zusätzliche Infos wie etwa Länge in Zoll und die Möglichkeit, die Maße zu kopieren. Noch schneller geht das, wenn die App gesamte Oberfläche erkennt, dies funktioniert zuverlässiger mit den horizontalen als vertikalen Objekten.

Die Genauigkeit der App hängt sehr an der Genauigkeit der gesetzten Start- und End-Punkte des digitalen Maßbandes. Unser Macbook Pro hat die App richtigerweise auf 13 Zoll Bildschirmdiagonale geschätzt, die Bildschirmdiagonale von unserem ViewSonic-Display hat die Maßband-App mit 25,5 Zoll gemessen, obwohl das Display tatsächlich 27 Zoll umfasst. Hier würden wir vermuten, dass die App nur den sichtbaren Bereich vermessen hat und die Rahmen nicht berechnete. Das heißt also, für die ersten Schätzungen der Breite, Höhe etc. ist die App gut genug, bei einer maßgeschneiderten Einbauküche würden wir zu professionelleren Tools bzw. Dienstleistern greifen.

Allerdings wird die App mit jeder iOS-Version und wohl jeder Kamera immer genauer: Hat sie noch Anfang 2019 mit einem iPhone X einem DIN-A4-Blatt 20 × 29 cm ausgewiesen, mit einem iPhone 11 Pro und iOS 14 haben wir bei einem vergleichbaren Blatt schon 21 × 30 cm gemessen, das weit näher an den tatsächlichen Abmessungen (21 × 29,7 cm) ist. In der aktuellen Version der App kann man nun auch die Größe einer Person im Kamerasucher nachmessen. (Macwelt)