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Nur noch Napster - Roxio verkauft seine Software

10.08.2004

Roxio hat im ersten Fiskalquartal zwar einen höheren Nettoverlust gemeldet, aber die Erwartungen der Wall Street mit starkem Wachstum in seiner Online-Musiksparte Napster übertroffen. Die Umsatzprognose für das zweite Quartal lag indes unter den Erwartungen, und die Firma ist übereingekommen, ihr früheres Softwarekerngeschäft für 80 Millionen Dollar an Sonic Solutions zu verkaufen, einen Spezialisten für DVD-Brennsoftware.

Für das Ende Juni abgeschlossene Vierteljahr wies Roxio einen Nettoverlust von 2,6 Millionen Dollar oder acht Cent pro Aktie aus nach 370.000 Dollar oder zwei Cent je Anteilschein im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Seinerzeit profitierte Roxio mit 10,6 Millionen Dollar vom Verkauf seiner "Goback"-Produktfamilie. Für das aktuelle Quartal hatten sowohl Roxio selbst als auch die befragten Analysten ein Minus von 26 Cent pro Aktie prognostiziert. Die Quartalserlöse betrugen 29,9 Millionen Dollar im Vergleich zu 24,2 Millionen Dollar vor Jahresfrist.

Sonic zahlt für Roxios Consumer-Software (unter anderem "Easy Media Creator", "Photosuite", "Videowave", "Easy DVD Copy" and "Toast") 70 Millionen Dollar in bar und zehn Millionen Dollar in Aktien - diese notierten gestern bei 12,63 Dollar - und will die meisten in diesem Bereich tätigten Roxio-Mitarbeiter übernehmen. Roxio will sich nach eigenen Angaben ausschließlich auf seinen Online-Musikverkauf konzentrieren, firmiert deswegen um in Napster und wechselt sein Tickersymbol in "NAPS".

Die Transaktion soll Ende des Jahres abgeschlossen sein und die Cash-Position der Firma auf über 100 Millionen Dollar verbessern. Zu Ende Juni betrugen die Barreserven rund 63 Millionen Dollar. Für das zweite Quartal erwartet Roxio etwa 25 Millionen Dollar Umsatz, davon 17 von der Softwaresparte (deren Geschäft im Q2 typischerweise saisonal zurückgeht). Die Analysten gehen derweil von Einnahmen in Höhe von 27,5 Millionen Dollar aus, ein Jahr zuvor hatte die Firma 22,8 Millionen Dollar erlöst. (tc)