Washington übt Druck auf Japan aus:

NTT ordert derzeit kein AT&T-Equipment

04.10.1985

NEW YORK (vwd) - Derzeit nicht in Betracht zieht die Nippon Telegraph & Telephone Corporation den Kauf von AT&T-Telekommunikationsausrüstungen.

Kooperationsbereitschaft signalisierte NTT-Präsident Hisashi Shinto während seines jüngsten Besuchs in Washington und New York lediglich im Hinblick auf einen Austausch von Informationen und Ressourcen zwischen der Nippon Telegraph & Telephone und AT&T.

Gerade von Washington sieht sich Shinto unter Druck gesetzt. Der Grund: Viele Kongreßmitglieder vertreten die Auffassung, daß vor allem ein Anstieg der Exporte von Telekommunikationsausrüstungen nach Japan das große Handelsdefizit der USA gegenüber diesem Land deutlich verringern könnte.

Das einzig konkrete Ergebnis der "NTT-Visite": Shinto hat eine Absichtserklärung mit der Nynex Corporation unterzeichnet über den versuchsweisen Austausch von Marketingbeauftragten. NTT hatte mit der Holdinggesellschaft Nynex, die aus der Zerschlagung der alten AT&T hervorgegangen ist, bereits im Juni ein Programm zwecks Mitarbeiteraustausch vereinbart.

Neben einem gegenseitigen Informationstransfer ließ Shinto auch sein Interesse an einer Zusammenarbeit mit amerikanischen Unternehmen im Bereich Grundlagenforschung durchblicken. So verhandelten die GTE Corporation, das Batelle Memorial Institute und die Westinghouse Electric Corp. über Kontrakte mit NTT.