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NTL will sich am Kabelnetz in Bayern beteiligen

11.09.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Wie aus Londoner Finanzkreisen bekannt wurde, verhandelt das britische Kabelunternehmen NTL angeblich mit dem Bieterkonsortium für das bayerische Fernseh-Kabelnetz über einen Einstieg. Die Mitglieder des Konsortiums sind die Hypovereinsbank, die Deutsche-Bank-Tochter DB Investor, die Bayerische Landesbank und die landeseigene Bank für Wiederaufbau. Die Bietergemeinschaft steht derzeit mit der Deutschen Telekom über den Kauf des bayerischen Kabelnetzes in Verhandlung, das mit 2,5 Millionen angeschlossenen Haushalten das zweitgrößte in Deutschland ist. Das Konsortium will für einen Kaufpreis von drei bis vier Milliarden Mark, 74,9 Prozent der Anteile an der Kabelgesellschaft erwerben. Wie aus Branchenkreisen bekannt wurde, hat die British-Telecom-Tochter Viag Interkom angeblich ihren Rückzug aus dem Kabelkonsortium

beschlossen. Ein Sprecher des Unternehmens berichtete jedoch, dass dies noch nicht definitiv entschieden sei. Anders lautet die Aussage von Bayerns Staatsminister Erwin Huber, der durch die Beteiligung des Freistaates an einigen Konsortialbanken mit der Situation vertraut ist: "Viag Interkom ist ausgestiegen, was ich sehr bedauere, denn damit sind eineinviertel Jahre Vorarbeit zunichte gemacht". Nach Aussage von Huber verhandelt das Konsortium derzeit mit "mehreren in- und ausländischen Bewerbern über das operative Geschäft". Eine Beteiligung von NTL wollte der Staatsminister jedoch nicht bestätigen.