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Novell rutscht tiefer in die roten Zahlen

21.11.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Wegen hoher Abschreibungen und rückläufiger Lizenzerlöse weitete Novell seinen Nettoverlust im vierten Geschäftsquartal 2003 aus: Wie das US-Softwarehaus aus Provo, Utah, bekannt gab, erhöhte sich das Defizit in den Monaten August, September und Oktober gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 91,7 Millionen auf 109 Millionen Dollar oder 29 (25) Cent pro Aktie. Das aktuelle Ergebnis wurde durch Abschreibungen in Höhe von 130 Millionen Dollar aufgrund einer steuerlichen Neubewertung, Restrukturierungs- und Übernahmekosten belastet. Diese Sonderbelastungen ausgeklammert, erzielte Novell einen Gewinn von 19 Millionen Dollar oder fünf Cent pro Aktie. Laut Umfrage von Thomson First Call übertraf die Company damit die mittlere Erwartung der Analysten um zwei Cent pro Aktie. Im Vorjahresquartal hatte der Pro-forma-Profit 15 Millionen Dollar oder vier Cent je Anteilschein betragen.

Der Umsatz sank auf 286,7 Millionen Dollar nach 300,3 Millionen Dollar im Vergleichsquartal 2002. Dabei schrumpften die Lizenzerlöse um ein Viertel auf 70,5 Millionen Dollar, während die Wartungs- und Serviceeinnahmen um fünf Prozent auf 216,3 Millionen Dollar zulegten.

Als Reaktion auf die rückläufigen Lizenzeinnahmen mit dem Netzbetriebssystem Netware sprang Novell Anfang August mit der Übernahme des Linux-Desktop-Spezialisten Ximian auf den Open-Source-Zug auf (Computerwoche online berichtete). Anfang November kündigte Novell zudem an, den Nürnberger Linux-Distributor Suse für 210 Millionen Dollar zu kaufen. Die Company will Netware jedoch nicht fallen lassen, sondern künftig zweigleisig fahren und den Kunden mit Linux-Lösungen die Migration erleichtern. (mb)